Gulden zur Deckung der Marschkosten erhalten habe.320 Wolfinger stellte dem Oberamt die Verbin- dung zum Wechsler Johann Michael Ohmayer in Feldkirch her.321 Der Wechsel wurde von der fürst- lichen Majoratskasse eingelöst und der Betrag „einstweilen ... als Vorschuss den Vaduzer Renten zur Last geschrieben ... von welchen er .. . seiner Zeit gehörig zu verrechnen" sei.322 Mit diesem Vorschuss von 2500 Gulden in bar machte sich Oberleutnant Blaudek mit dem Kontin- gent auf den Weg. Bei allen Aufenthalten und Sta- tionen und während der Truppenkonzentration in Sigmaringen hatte er daraus die Ausgaben zu be- streiten. Eine detaillierte Zusammenstellung der Kosten gab darüber Auskunft. Für den vierwöchi- gen Ausmarsch betrugen die Verpflegungskosten 673 fl. und 5 kr.323 Dazu gehörten auch die Ausga- ben für Löhne, Etappenkosten, Vorspannwagen, Ausgaben für Spitalkosten sowie zwei Gulden und 24 Kreuzer für die Auslagen des Korporals Negele als Quartiermeister.324 In einzelnen Etappenorten wurden für die Verpflegung verschiedene Tarife verlangt. So kostete in Hohenems die Verpflegung pro Mann und Tag 102/s Kreuzer, in Lindau 10 Kreuzer, in Friedrichshafen, Meersburg und Pful- lendorf hingegen 24 Kreuzer, für die Unteroffiziere waren sogar 32 Kreuzer zu bezahlen.325 Die höhe- ren Summen veranlassten den Fürsten zur Äusse- rung, diese Frage abklären zu lassen und, wenn keine Ermässigung zu erhalten sei, das Württem- bergische „in Zukunft möglichst zu meiden oder zu prüfen, ob die eigene Verköstigung nicht wohlfeiler wäre".326 Als weitere Extraauslagen waren für den Aus- marsch Ergänzungen der Ausrüstung nötig gewor- den. Schuhe, Hosen, Feldkessel, Fangschnüre und Kokarden zur Ergänzung der Uniform mussten neu angeschafft werden.327 Umänderungen der Tourni- ster waren nötig, verschiedene Kleinigkeiten zu er- gänzen.328 Insgesamt waren dafür 386 fl. und 5 kr. zu bezahlen. Dazu kamen noch Ausgaben von „Ver- pflegsgeldern ausser dem Marschbedarf1329 Die Ge- samtkosten für den Ausmarsch 1841 beliefen sich schliesslich auf 1377 Gulden, drei Kreuzer und 
2/4 Denar.330 Daneben waren auch noch die laufenden 
Ausgaben für das Militär zu bezahlen. Im Jahre 1841 betrugen so die Gesamtkosten für das Bun- deskontingent 6677 - fl.331 Bei Gesamtausgaben des Staates von 17 200 Gulden332 machte die Unko- sten des Ausmarsches 1841 immerhin einen Anteil von 8% aus. Mit dem Ausmarsch von 1841 hatte das liechten- steinische Kontingent seine erste Bewährungspro- be im „Manövereinsatz" bestanden. Zum erstenmal war eine Truppenübung mit dem ganzen Bataillon unter einem gemeinsamen Oberbefehl durchge- führt worden. Nach den vorgelegten Berichten zu schliessen, hatte der Ausbildungsstand des Kontin- gents den Anschluss an denjenigen im Bataillon erreicht. Die Bemühungen im Lande unter der Füh- rung des fähigen Oberleutnants Blaudek zeigten po- sitive Resultate. Weitere gemeinsame Truppenü- bungen des Gesamtbataillons fanden im Frieden keine mehr statt. Der nächste und letzte Einsatz des hohenzollern-liechtensteinischen Bataillons war ernsterer Natur: 1849 wurde der Aufstand im Grossherzogtum Baden bekämpft. DIE ANSTELLUNG EINES ZWEITEN OFFIZIERS Die Anstellung eines zweiten Offiziers im liechten- steinischen Kontingent war in den Inspektionsbe- richten seit 1836 immer wieder gefordert wor- den.333 Aber weder Fürst Alois II. noch die Hof- kanzlei oder das Oberamt wollten diese Anstellung forcieren. Dies hätte vor allem bedeutet, dass eine weitere Offiziersgage zu bezahlen gewesen wäre. Deshalb schob man diese Entscheidung so lange als möglich hinaus. Zu dieser „Verzögerungstaktik" ge- hörte auch, dass anstelle eines Offiziers ein Feldwe- bel angestellt wurde. Im Jahre 1846 war ein weiteres Ausweichen nicht länger möglich, und Alois II. beschloss mit Dekret vom 9. Juni 1846, der Forderung des Bundes nach einem zweiten Offizier für das Scharfschützenkon- tingent nachzukommen.334 Vorerst allerdings blieb der ernannte Offizier, Freiherr Ludwig von Falken- hausen33"', in der Sigmaringschen Garnison, wo er seinen Dienst zu versehen hatte.336 76
        

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