schon wegen der Kostenberechnungen von 1814/ 15 in eine unerquickliche Auseinandersetzung ver- wickelt, hatte Schuppler nun auch noch dem badi- schen geheimen Kriegsrat Reich zu erläutern, war- um Liechtenstein Ansprüche an Baden auf die Aus- zahlung von Subsidiengeldern habe.377 Schuppler argumentierte, dass Liechtenstein keine spezielle Einladung zum Abschluss eines Subsidienvertrages erhalten habe. Baden habe bereits mit Dekret vom 28. März 1815378 Herrn Major Leichsenring nach Vaduz gesandt, der Subsidienvertrag mit England sei aber erst am 17. Mai 1815 abgeschlossen wor- den. Folglich habe nur Baden allein die Möglichkeit gehabt, für Liechtenstein den Vertrag abzuschlies- sen, weshalb Baden verpflichtet sei, an Liechten- stein die diesem zustehenden Subsidiengelder wei- terzuleiten. Auch die Anfrage des Hauses Roth- schild sei ein Hinweis darauf, dass die englische Regierung Liechtenstein eine Entschädigung habe zukommen lassen. Ohne Weisung hätte Rothschild den Antrag wohl kaum gemacht, bemerkte Schupp- ler nicht ohne Logik. Aber all diese juristischen und logischen Begründungen und Vorhaltungen halfen nichts. Tatsache war, dass Liechtenstein versäumt hatte, mit Feldmarschall Herzog von Wellington ei- nen Subsidienvertrag abzuschliessen.379 England weigerte sich, ohne Vertrag etwas zu bezahlen, von Baden war freiwillig sicherlich kein Nachgeben zu erwarten. So wie die Aktenlage sich darlegte, hatte Liechtenstein mit den Forderungen nach engli- schen Subsidiengeldern keinen Erfolg. Ein kleines Trostpflaster bedeutete dafür die Tatsa- che, dass Liechtenstein von Österreich 
2/3 seiner Forderungen für die 1815 gelieferte Verpflegung bezahlt bekam.380 Ein Drittel der Summe musste allerdings nachgelassen werden. Dies dürfte der Preis für die Zustimmung Metternichs gewesen sein, im Hungerjahr 1817 einen „Pass für zollfreie Durchfuhr von 2000 Metzen Brotfrüchten aus Ita- lien" auszustellen.381 Die ganze Finanzfrage im Zusammenhang mit den zwei Ausmärschen liechtensteinischen Militärs zeigt, wie schwer die finanzielle Last dieser Einsät- ze das Land bedrückte. Man kann andererseits auch erkennen, dass Schuppler sein Bestes gab, die 
verschiedenen Forderungen zu mildern. Sicher ist es seinen eindrücklichen und eindringlichen Schil- derungen zu verdanken, dass Fürst Johann I. in Wien sich bewegen liess, durch die gewährten Vor- schüsse die äussersten Härten zu vermeiden. Schuppler war durch sein unmittelbares Erleben der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse mo- tiviert, die Not der Bevölkerung an der „inneren Kriegsfront" so weit als möglich zu lindern. 44
        

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