Abb. 8: Balzers, Mariahilf- Kapelle ohne Fastentücher Höhe stimmt am besten das Fastentuch der Geisse- lung mit dem vorgegebenen Retabelausschnitt zu- sammen. Das Tuch der Dornenkrönung für den rechten Altar wirkt dann etwas zu kurz; es könnte sein, dass dieses an seinem um die obere Befesti- gungsstange gewickelten Ende einmal ausgerissen ist und dann, um etwa zwanzig Zentimeter ver- kürzt, neu befestigt wurde. Bei einem direkten Ver- gleich der Fastentücher mit der Dornenkrönung und der Geisselung zeigt jenes der Geisselung einen nach oben etwas breiteren Freiraum. Ergänzt man das Tuch der Dornenkrönung um einen ähnlich breiten Streifen, so erreicht man identische Masse. Das Fastentuch des Hochaltares (Vesperbild) könn- te mit seiner Stange entweder am Gebälk oder auf den Kämpfern aufgelegen haben; im ersteren Fall wirkt es etwas zu kurz, im letzteren etwas zu lang. Die Diskrepanz lässt sich erklären, wenn man auch hier eine spätere Verkürzung annimmt20, oder wenn das Fastentuch noch vom Vorgängeraltar stammt und deshalb mit dem neuen Altar des 18. Jahrhunderts nicht ganz exakt harmoniert. Eine probeweise Hängung der Fastentücher in der Mariahilf-Kapelle von Balzers bestätigte die Mess- ergebnisse; die Tücher passen auch vom optischen Eindruck her hervorragend an diese Stelle (Abb. 10). Gleichzeitig lässt der Vergleich der passions- zeitlichen Verhängung mit dem Normalzustand der Kapelle (Abb. 8) die Wirkung der Fastentücher gut erkennen, sie geben dem gesamten Raum ein voll- kommen anderes Gepräge. Erst die funktionale 
Abb. 9: Balzers, Mariahilf- Kapelle in ihrer Gestalt nach dem Umbau in der er- sten Hälfte des 18. Jahr- hunderts 382
        

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