Geld und Brot» abmarschbereit stellen für den Kriegseinsatz des Reiches gegen Frankreich, wozu es aber nicht kam.22 Nach vier Jahren starb Magda- lena 1798, zwischen kaiserlichen Einquartierungen und Franzoseneinfällen, im nahen Werdenberg tanzte man um Freiheitsbäume.23 Die Vermutung, dass die eine oder auch alle drei ersten Ehefrauen im Kindbett blieben, ist nicht abwegig. Drei Jahre nach Magdalenas Tod heiratete der nun 42 Jahre alte, dreifache Witwer 1801 die dreiund- zwanzigjährige Kreszentia Strub («Strübin»). Die Franzosen hatten inzwischen das Land verheert, der Krieg drückte fort mit Kontributionen.24 Sie ge- bar ihm eine Tochter Genofeva2411 und 1803 den ersten von drei Söhnen, (Johann) Jakob, den späte- ren Aufbewahrer der väterlichen Chronik. Sie hei- ratete als Witwe noch Josef Laurentius Oehri und überlebte ihren ersten Mann um 33 Jahre bis 1846. HERKOMMEN Steigen wir zwei Jahrhunderte zurück in die Zeit des Hexenwahns und der Hohenemser Grafen. Der Urgrossvater des Chronisten, Josef Heibarth, «Ritt- knecht aus Tirol»25 - möglicherweise stammt der Name von der Hellebarde -, war im 17. Jahrhun- dert noch vor dem Erwerb Schellenbergs durch die Liechtenstein nach Eschen gekommen, hatte 1682 Klara Hasler zur Frau genommen und war 1708 als Wirt auf Rofenberg, nun fürstlicher Untertan, ge- storben. Einer der Söhne, Josef Heibert, wurde Un- terländer Richter; ein anderer, Jakob Heibert, der Grossvater des Chronisten, erwies sich als gleich- falls lebenstüchtig, er war Kommandant in der Landschaft Schellenberg und wiederum Wirt auf Rofenberg; er heiratete zuerst Anna Büchel, die ihm drei Buben gebar - darunter Jakob - und nach ihrem Tod Agnes Thöni, die ihm nochmals vier Söhne schenkte. Der vorerwähnte Jakob Heibert nun heiratete 1751 Anna M. Marxer, ihr Sohn war der spätere Chronist. 
FRÜHER VERLUST DES VATERS Als der Vater 1772 starb, war der Junge 13 Jahre alt, er besass noch einen um zwei Jahre jüngeren Bruder und wohl auch Schwestern, mindestens zwei vor ihm geborene Geschwister waren als Kin- der gestorben. Johann Georg mag in der Familie seiner Mutter Anna, die später Franz Josef Hilti aus Schaan ehelichte,26 oder bei einem seiner Onkel weiter aufgewachsen sein. Mit 16 Jahren war ein Jüngling damals bereits waffen- und wahlfähig.27 Die familiäre Situation des Halbwaisen mag die junge Heirat des angehenden Chronisten im Alter von 17 Jahren mit erklären, vielleicht auch seinen Bildungsgang. Hier sind noch etliche Fragen offen, von denen einige aus Archivquellen zu klären sein dürften. DIE CHRONIK UND IHRE ZEIT Mit 19 Jahren begann Johann Georg 1778 die Chro- nik-Eintragungen. Er wird wohl von der einen oder anderen Seite zu seinem ungewöhnlichen Vorha- ben angeregt worden sein. Pfarrer, Lehrer, Onkel, Beziehungen zu Feldkirch können eine Rolle ge- spielt haben. Bezeichnenderweise bringt Heibert auf den ersten Blättern einen Auszug aus Pruggers Feldkircher Chronik. Wenn wir ganz unwissen- schaftlich spekulieren wollen, steigt die Vorstellung auf, dass auch seine junge Frau Therese ihn viel- leicht bei der Chronistenarbeit unterstützte, mora- lisch oder auch inhaltlich, oder aber lachend ihren vielleicht hübschen Kopf darüber geschüttelt hat. Bisher sind nur Auszüge aus der Chronik veröffent- licht worden, meist noch in die neuere Sprache übertragen, so durch Peter Kaiser28 und in grösse- rem Umfang durch Johann Baptist Büchel.29 Es wäre zu wünschen, dass die Chronik im vollen Um- fang und im Originalwortlaut herausgegeben würde und dass die liechtensteinische Geschichtsfor- schung sich eingehender dem Inhalt der Helbert- Chronik zuwendete. 326
        

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