Eine heikle Entscheidung hatte Alois II. wegen des verlangten Eides auf die Reichsverfassung zu fällen. Die württembergischen und hohenzollerschen Truppen hatten diesen Eid bereits abgelegt. Alois II. wollte dies, wohl aus Treue zu Österreich, auf alle Fälle vermeiden. Er war sogar bereit, die Truppen zurückzurufen, sollten sich aus dieser Frage Schwierigkeiten ergeben. Nach geschehenem Ausmarsch konnte Alois II. be- ruhigt zur Kenntnis nehmen, dass sich die Truppe im Militär eingeordnet hatte; auch hatte sich ge- zeigt, dass sie keine revolutionären Ideen mehr ver- folgte oder gar kämpferisch verteidigte. Für die Volksvertretung war der Einsatz des Kon- tingents vor allem eine materielle Frage; man fürchtete die hohen Kosten und handelte teilweise danach, indem Kredite gekürzt oder überhaupt ver- weigert wurden. Hier ist ein Nachschwingen des revolutionären Geistes von 1848 noch am ehesten spürbar. Für die Betroffenen selbst war der Ausmarsch ver- bunden mit Neugierde, Abenteuergefühl, aber auch Unzufriedenheit wegen ungenügender Löhnung oder schlechter Bewaffnung. Zum erstenmal waren bei einem solchen militärischen Unternehmen liechtensteinische Offiziere dabei. Diese wirkten auf die Truppe sicher eher beruhigend ein, wobei aller- dings das sehr junge Alter beider Leutnants zu be- achten ist. Soweit Zeugnisse vorhanden sind, ist festzustellen, dass die Gesinnung im Kontingent auf Seiten der Obrigkeit und des Gesetzes war. Man folgte der Pflicht und erfüllte den erteilten Auftrag als Soldat. 254
        

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