hens und verbürgte sich auch für die Rückzahlung, „wenn sie gleich an und für sich Sache des Landes" sei.167 Für das Regierungsamt begann nun eine mühsame, manchmal demütigende Suche nach einem Geldge- ber. Um dem allzuhohen Zins in Feldkirch auszu- weichen, wandte sich Menzinger an „mehrere der besten Häuser in Chur ..., wo man aber nichts erhalten konnte".168 Also musste man es wohl oder übel doch in Feldkirch versuchen, was aber eben- falls ohne Erfolg blieb. Das Haus Getzner in Feld- kirch, mit dem schon früher Geldgeschäfte abge- wickelt worden waren, und von dem „man erwar- ten durfte, dass man nicht sitzen bleibe, verriet so wenig Solidität169 in seiner Denkungsweise, dass sich dessen Chef ... verläugnen liess".170 Inzwischen hatte Menzinger vom Bataillonskom- mando die Nachricht erhalten, dass für den bevor- stehenden Ausmarsch die benötigten Gelder für drei Monate mitzunehmen seien.171 Der vom Ba- taillon errechnete Geldbedarf für Gagen, Feldzula- gen, Verpflegung und Mobilmachungsgelder belief sich auf 3139 Gulden.172 In diesem Betrag waren der Kostenanteil Liechtensteins für den gemein- schaftlichen Bataillonsstab mit 476 Gulden enthal- ten,173 jedoch nicht die Ausgaben für die Transport- kosten. Dem Regierungsamte blieb noch eine Frist von drei Tagen, um das Geld rechtzeitig bis zum Abmarsch zu besorgen. Als letzten Ausweg beschloss das Amt, „in St. Gallen einen Darlehensversuch zu wa- gen".174 Rentmeister Johann Peter Rheinberger175 und Postmeister Ferdinand Wolfinger176 begaben sich, mit einer Vollmacht ausgestattet, ein Darlehen von 3000 Gulden R. W. aufzunehmen, nach St. Gal- len, „um womöglich die bezifferte Summe zu erhal- ten".177 Die beiden Geldsucher hatten Glück. Beim Wechselhaus Johann Jakob Brunner erhielten sie den erforderlichen Betrag.178 Allerdings wollte Brunner den Wechsel nicht auf das Land ausstellen, sondern auf die beiden Privatpersonen Rheinberger und Wolfinger und einen St. Galler Bürgen namens Hartmann.179 Das Land Liechtenstein war offen- sichtlich für eine solche Summe nicht kreditwürdig genug. 
Die drei Privatpersonen hatten einen Wechsel zu unterzeichnen, ausgestellt am 12. Mai 1849 auf drei Monate. Ein zweiter Wechsel im Betrage von 137 fl. 30 kr. musste für die zu bezahlenden Gebüh- ren und 5% Zinsen ausgestellt werden.180 Damit war die momentane Geldangelegenheit erle- digt und das Kontingent konnte, versehen mit einer Barschaft von 3000 Gulden, sich auf den Marsch begeben.181 Von dieser Summe mussten für gestellte Fuhrwerke bis Bregenz an Adlerwirt Wolfinger und Josef Kon- rad je zwei Gulden und an Johann Thöny und Lo- renz Quaderer je drei Gulden bezahlt werden.182 Die Fahrt- und Verpflegungskosten für die Überstel- lung des Kontingents nach Sigmaringen betrugen insgesamt 135 fl. 56 kr.183 Regierungsamt und Landrat ersuchten den Fürsten, „gnädigst ins Mittel treten zu wollen" und einen Vorschuss zu gewähren, damit die aufgenommene Schuld rechtzeitig zurückbezahlt werden könne.184 Die drei Privatpersonen, welche für das Land als Bürgen eingestanden waren, hatten dies nach Aus- sage Menzingers nicht aus Vertrauen „auf die Zah- lungsbereitwilligkeit und Fähigkeit des Landes, sondern auf die allbekannte Bereitwilligkeit E. D." getan.185 Ein Angebot der St. Galler Regierung, wel- che die „augenblickliche Verlegenheit . .., in wel- cher das Fürstenthum stehe", erfahren hatte, den Vorschuss aus ihrer Kasse zu leisten, wurde „natür- lich mit höflichem Dank abgelehnt".186 Im Juli 1849 ermächtigte der Landrat das Regie- rungsamt, zwei Kredite aufzunehmen: den einen zur „Heimzahlung der auf den 12. August d. J. fälli- gen 3000 fl." und zusätzlich einen in der Höhe von 1500 fl. zur Bestreitung der weiteren Auslagen für das Kontingent.187 Das Regierungsamt, welches von Wien kein Geld sondern nur Zusagen bekam, wurde ständig von verschiedenen Seiten bedrängt. Inspektor Hart- mann wollte wissen, wie es um den Wechsel stehe und ob die Summe bei ihm eintreffen werde, oder ob der Wechsel nochmals verlängert werden müs- 250
        

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