QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 SPIELLEUTE, UNTEROFFIZIERE UND OFFIZIERE tensteinischeri Militärs. Sein Hang zum Luxus ver- leitete ihn, weit über seine finanziellen Verhältnisse zu leben. Die Aussagen Menzingers und die Tatsa- che, dass alle drei Kommandanten bisher Geldsor- gen gehabt hatten, zeigen aber auch deutlich, dass die dem Kontingentskommando bezahlte Gage kaum für die Bestreitung der Lebenskosten reichte. Wie bei seinen Vorgängern, gesellte sich auch bei v. Falkenhausen die Ablehnung durch die hiesige Be- völkerung dazu, in seinem Fall verstärkt durch sei- ne Zugehörigkeit zur protestantischen Konfession. Diese soziale Isolation, die bis zur Ausgrenzung sei- ner Familie führte, und seine psychische Konstituti- on bewirkten, dass v. Falkenhausen der Trunk- sucht zu verfallen drohte. Dem so entstandenen Teufelskreis von Ausgrenzung, Schuldenproblemen und Alkohol konnte er nicht mehr entrinnen, so dass die „Entfernung" seiner Person vom Komman- dantenposten nur eine Frage der Zeit war. DIE KADETTEN MORIZ MENZINGER UND PETER RHEINRERGER Das Bemühen, die Offiziersstellen im liechtensteini- schen Bundeskontingent mit Einheimischen zu be- setzen, zeigte erst ab 1848 Erfolge. Infolge der An- ordnungen der deutschen Nationalversammlung und des deutschen Reichskriegsministeriums im Jahre 1848 war eine Bestandeserhöhung des Kon- tingents vorzunehmen. Dies war ein weiterer An- stoss, Liechtensteiner als Unteroffiziere und Offizie- re ausbilden zu lassen und dafür geeignete Kandi- daten zu finden und zu motivieren. Im Oktober 1848 meldete das Bataillonskommando nach Wien, dass nach seinen Erkundigungen sich die „Jünglin- ge Moriz Menzinger und Peter Rheinberger" als sehr geeignet erwiesen hätten.304 Niedermayr machte den Vorschlag, der Bitte der „Studiosen Menzinger und Rheinberger ... gnädigst zu ent- sprechen und denselben [den] Charakter als Cadet" zu verleihen.305 Menzinger und Rheinberger hatten sich zusammen mit Ferdinand Walser freiwillig zur weiteren Ausbildung nach Sigmaringen gemel- det.306 
Moriz Menzinger trat aber vorläufig von diesem Vorhaben zurück, während Peter Rheinberger „sei- ne Neigung zum Waffenstande" beibehielt.307 Er hatte sich dem Landesverweser Menzinger vorge- stellt und der „fürstlichen Gnade bittlich empfohlen, welcher Bitte auch sein Vater beigetreten" sei.308 Menzinger beschrieb Rheinberger als einen „Jüng- ling von bald 18 Jahren, von vorteilhaftem Äusse- ren und mit Vorkenntnissen besonders im Zeichnen 283) Ebenda. 284) Ebenda, o. Nr., Rentenverwaltung v. Falkenhausen an RAV, 19. Febr. 1858. 285) Ebenda, ad 254, RAV an HKW 28. Febr. 1859. 286) Ebenda, o. Nr., RAV an Fürst, 18. Jan. 1858. 287) Ebenda, o. Nr., RAV an Rentenverwaltung Falkenhausen, 13. Febr. 1858. 288) Ebenda, ad 459, RAV an Fürst, 19. Juni 1859. 289) Ebenda. Nr. 7356, HKW an RAV, 18. Aug. 1858. 290) Ebenda. 291) Ebenda, Nr. 873. Falkenhausen an RAV, 23. Aug. 1858. 292) Ebenda. 293) Ebenda. 294) Ebenda, ad 894, RAV an Fürst, 26, Aug. 1858. 295) Ebenda, Nr. 7356, HKW an Menzinger, 18. Aug. 1858. 296) Ebenda, Nr. 1075, RAV an Fürst, 17. Okt. 1858. 297) Siehe oben Anm. 294. 298) Unterstützung von Gesuchen Falkenhausens um Gehaltserhö- hung seit 1856. Siehe RC 27, Fl, Nr. 1032, RAV an Fürst, 30. Dez. 1856; ebenda, o. Nr., RAV an Fürst, 18. Jan. 1858. 299) Siehe oben Anm. 295. 300) Ebenda, ad 254, RAV an HKW 28. Febr. 1859. 301) Ebenda. 302) Siehe oben Anm. 284. 303) Ebenda, Nr. 782, HKW an RAV, 20. Jan. 1861. 304) LLA RC 27, F2, Nr. 922, Bat.-Kommando an HKW 17. Okt. 1848. 305) Ebenda. 306) Siehe oben Kapitel 7.2. 307) LLA RC 27. Fl, Nr. 549, Landesverweser an Fürst, 30. Okt. 1848. 308) Ebenda. Über Peter Rheinberger siehe Geiger, S. 362, Anm. 150; Ospelt, Feldzug, S. 63 ff. Rheinberger hatte von 1846-1848 die Kan- tonsschule Chur besucht. Siehe auch Seger, Heimatbuch, S. 25. 209
        

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