QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 SPIELLEUTE, UNTEROFFIZIERE UND OFFIZIERE teilte mit, dass lediglich die Zinsen eines Vermö- gens von 10 700 Gulden zur Verfügung stünden. Eine weitere Unterstützung wurde rundweg abge- lehnt und Menzinger gebeten, dass dieser dem „leichtsinnigen Bruder" Ludwig „zu Gemüth führen möchte, dass er doch endlich einmal zu Besinnung komme und seiner beyspiellosen Verschwendung Grenzen setzen solle".274 Menzinger liess aber nicht locker und insistierte weiter. Er teilte Eduard von v. Falkenhausen mit, dass er einen Zahlungsaufschub erwirkt habe und Ludwig eine „weitere Lektion nicht mehr nöthig" habe.275 Menzinger betonte, dass Ludwig von Fal- kenhausen seit seiner Verehelichung mit seiner „liebenswürdigen Famil ganz zurückgezogen" lebe und er „ins Unglück gerate, wenn ihm nicht.. . von der freiherrlichen Famil die Hand geboten" wer- de.276 Menzingers Hartnäckigkeit und seine Hin- weise auf die Familie des Bruders hatten Erfolg. Eduard von v. Falkenhausen teilte mit, die Zuschrift des Landvogts, „und einzig und allein nur diese" habe ihn bewogen, „unserem Bruder noch einmal, aber zum Letztenmal, aus seiner Verlegenheit reis- sen" zu wollen.277 Eduard von v. Falkenhausen ver- pflichtete sich, 1012 Gulden sogleich zu übersenden und weitere 2000 Gulden in vier Raten bis 1860 zu bezahlen.278 Alle Beteiligten sahen sich aber in der Annahme getäuscht, die Geldangelegenheiten Ludwigs von Falkenhausen seien damit erledigt. Im März 1857 musste Landesverweser Menzinger dem Baron Eduard von v. Falkenhausen mitteilen, dass die Passiven ohne Zinsen noch 3040 fl. 19 kr. betru- gen.279 Menzinger wandte sich auch noch an den zweiten Bruder v. Falkenhausens, nämlich an Ritt- meister Friedrich von v. Falkenhausen, mit dem Hinweis, dass die Gläubiger auch vor den bayeri- schen Gerichten klagen würden, was eine „allseitig unangenehme schlimme Wendung" nehmen wür- de.280 Auch hier erreichte Menzinger mit hartnäcki- gem Verhalten, dass nach ersten Weigerungen die Brüder v. Falkenhausen sich wiederum bereit er- klärten, „zum letzten Mal in das Mittel zu treten" unter der Bedingung, dass die Gläubiger auf die Zinsen verzichteten.281 Neue Forderungen von 919 
Gulden, die bis Januar 1858 aufgestellt wurden, wies die Rentenverwaltung v. Falkenhausen mit der Bemerkung zurück, „die Gläubiger sollten sehen, wie sie durch ihr leichtsinniges Creditgeben befrie- digt werden dürften".282 Menzinger wurde ausser- dem darauf hingewiesen, dass „von nun an kein Kreuzer mehr aus der Gutskassa für Herrn Ober- 255) Ebenda, o. Nr., Falkenhausen an Menzinger, 20. Sept. 1854. 256) Ebenda, ad 427, RAV an Fürst, 5. Dez. 1854. 257) Ebenda, Nr. 71, RAV an Fürst, 3. Febr. 1855. 258) Ebenda, ad 367, RAV an Fürst. 14. Apr. 1857. 259) Siehe Geiger, S. 227, Anm. 62. 260) LLA RC 27, Fl, o. Nr., Falkenhausen an Kanonikus Wolfinger, 30. Okt. 1857. 261) Ebenda. In Vaduz waren seit 1846 Zamser Schwestern in der Volksschule tätig; siehe Quaderer, S. 167 f. 262) Ebenda. 263) Ebenda. 264) Ebenda. 265) Ebenda. 266) Ebenda. 267) Ebenda, o. Nr., Fürst an RAV, Eisgrub, 3. Okt. 1855. 268) Ebenda. 269) Ebenda. 270) Ebenda, o. Nr., Fürst an Menzinger, 4. Okt. 1855. 271) Ebenda. 272) Ebenda, o. Nr.. RAV an Eduard v. Falkenhausen, 8. Okt. 1855 und RAV an Fürst, 8. Okt. 1855. 273) Ebenda, o. Nr., Menzinger an Eduard v. Falkenhausen, 8. Okt. 1855. 274) Ebenda, o. Nr., Eduard v. Falkenhausen an Landesverweser, 17. Okt. 1855. 275) Ebenda, o. Nr., RAV an Eduard v. Falkenhausen, 14. Nov. 1855. 276) Ebenda. 277) Ebenda, o. Nr., Eduard v. Falkenhausen an RAV, 27. Nov. 1855. 278) Ebenda. 279) Ebenda, o. Nr., RAV an Eduard v. Falkenhausen, 2. März 1857. 280) Ebenda, o. Nr., RAV an Friedrich v. Falkenhausen, 2. Aug. 1857. 281) Ebenda, o. Nr., Rentenverwaltung Falkenhausen an RAV, 18. Dez. 1857. 282) Ebenda, 8. Jan. 1858. 207
        

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