Mannschaft mit solchen Vorkenntnissen ausgerü- stet [sei], die einen befriedigenden Erfolg einer Mili- tärschule erwarten liess[en]".153 Aus verschiedensten Gründen konnte also die Offi- ziersstelle noch nicht mit einem Liechtensteiner be- setzt werden. Da Schaffer überraschend gestorben war, dauerte es bis Ende August 1840, bis ein Nachfolger in der Person von Friedrich Blaudek gefunden wurde. Feldwebel Blaudek trat am 1. Juli 1840 aus dem österreichischen Militär aus, um eine „Unterlieutnantstelle beim Fürsten von Liechten- stein anzunehmen."154 Friedrich Blaudek war am 2. März 1815 in Mähren geboren, katholisch, und hatte sieben Jahre im österreichischen Militär gedient.155 Er traf am 17. September 1840 in Vaduz ein.156 Blaudek verfasste ca. einen Monat nach seiner An- kunft einen ausführlichen Bericht über den Zustand des Kontingents mit verschiedenen Verbesserungs- vorschlägen „zum Besten des Dienstes".157 Der Be- richt zeigte, dass sich Blaudek in der kurzen Zeit in seine Aufgabe mit Energie eingearbeitet hatte und in der Lage war, eine differenzierte Beurteilung ge- ben zu können. Beim Bataillonskommandanten Niedermayr hatte Blaudek, wie die Beurteilung aus dem Jahre 1841 zeigte, ein sehr positives Bild hin- terlassen.158 Blaudek wurde als ein junger Offizier beschrieben, der „ausser seiner vielseitigen Bil- dung, militärischen Anstand, viel Eifer, wahre Hin- gebung zum Dienste und eine Liebe zur Aufrechter- haltung der Disziplin" besitze.159 Niedermayr schrieb den guten Zustand des Scharfschützenzu- ges der Einsicht und den Bemühungen Blaudeks zu und empfahl den „Herrn Lieutnant Blaudeck dem gnädigsten Wohlwollen" des Fürsten.160 Ähnlich urteilte Graf Isenburg in seinem Muste- rungsbericht über das Bataillon.161 Blaudek wurde darin als ein „junger Mann mit wissenschaftlicher Vorbildung" dargestellt, dem zwar Kriegserfahrung abgehe, aber doch schon „seit seiner kurzen Anwe- senheit im Contingent die militärische Wesenheit desselben zu heben gewusst" habe.162 Bei Blaudek stellte sich aber, wie bei seinem Vor- gänger, bald nach Dienstantritt ein Problem ein, 
das ihn die ganze Dienstzeit nicht mehr loslassen sollte: Geldsorgen. Schon im Dezember 1840, also zwei Monate nach Dienstantritt, bat Blaudek um „Gewährung eines Gratiale von 200 Gulden".163 Er hatte zwar bereits eine Equipierungspauschale von 250fl. zur Neuausstattung und einen Gagenvor- schuss von 120 Gulden erhalten.164 Dies deckte je- doch seine Auslagen nicht, da allein die Paradeuni- form 250 Gulden gekostet hatte und für die „Kam- pagne-Uniform nebst übrigen Kleidungsstücken nochmals 250 Gulden Ausgaben entstanden wa- ren.165 Blaudek bezeichnete sich als gänzlich mit- tellos und „trotz äusserst einfacher und zurückge- zogener Lebensweise [sei es] infolge der ungemei- nen Teuerung" nicht möglich gewesen, Ersparnisse zu machen.166 Er versprach gleichzeitig, im näch- sten Monat mit der Abzahlung des Vorschusses in Monatsraten von sechs Gulden zu beginnen.167 Die Gagen- und Geldfrage war ständiger Begleiter Blaudeks. Er wurde zwar am 1. September 1841 in „Anerkennung seiner erspriesslichen Dienstlei- stung" zum fürstlichen Oberleutnant befördert, al- lerdings unter Beibehaltung der bisherigen Bezü- ge.168 Weitere Bitten des Kommandanten um Ga- genvorschuss gegen das Versprechen ratenweiser Rückzahlung veranlassten den Landvogt zur Be- merkung, er frage sich, warum Blaudek bei seiner Zurückgezogenheit mit dem Geld nicht auskomme. Menzinger befürchtete, dass der Oberleutnant sich das Geld „anderwärts" besorge und dadurch in eine unerfreuliche Abhängigkeit geraten könnte, wenn ihm nicht geholfen werde.169 Die Mahnungen Men- zingers erinnern doch eindrücklich an Leutnant Schaffers Geldschwierigkeiten. Blaudek bekam zweimal eine Gehaltsaufbesserung, so dass er ab 1. Juli 1846 eine Jahresgage von 600 Gulden zuzüglich der Kommandantenzulage von 60 Gulden zu beziehen hatte. Mit dieser Summe muss- te er jedoch die monatlichen Rückzahlungsraten lei- sten. Blaudek hatte nämlich bereits im Februar 1846 um eine Tilgung seiner „Adjustirungsschuld" bei der „Sigmaringer Offiziers-Equipirungs-Com- mission", also seiner Ausgaben für die Uniformie- rung, in der Höhe von 221 fl. 32 Kr. gebeten.170 Das 196
        

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