QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 SPIELLEUTE, UNTEROFFIZIERE UND OFFIZIERE che Beziehungen zu Landvogt Menzinger. Span- nungen zwischen ihnen, die bereits wegen dem Ausschank im Schloss aufgekommen waren,126 setzten sich in anderen Bereichen fort. So verlangte Menzinger von Schaffer Abrechnun- gen, die mit der „Wirklichkeit ... in vollkommen- ster Übereinstimmung" stehen mussten.127 Die Ab- neigung Menzingers gegen Schaffer kommt in einer Bemerkung zu einer falsch berechneten Summe zum Ausdruck. Menzinger meinte mit hämischer Schadenfreude, es sei „bey der Rechnungsunkun- digkeit des FL Commandanten wirklich auffallend gegen eine mathematische Richtigkeit kämpfen zu wollen".128 Der Landvogt rügte den Leutnant auch wegen Rechnungen, die Handwerker gestellt hatten und von Schaffer trotz offensichtlicher Mängel ak- zeptiert worden waren. Schaffer führte zur Vertei- digung an, die Handwerker seien im Schreiben nicht so geübt, und man sollte einen Schreiber mit der Rechnungstellung beauftragen oder dem Hand- werker einen Taglohnersatz bewilligen. Menzinger bemerkte auch hier recht bissig, die Rechnungen seien nicht wegen der schlechten Schrift zurückge- wiesen worden, sondern wegen ihrer Mangelhaftig- keit. Der Betreffende „möge sich an einem Sonntag oder Feyertag darüber machen, und ordentliche Conti liefern, die er unentgeltlich zu stellen bemüs- siget" sei.129 In Wien, wo von beiden Seiten Klagen eintrafen, sah man diese Auseinandersetzungen nicht gern, da sie letztlich der gesamten Verwaltung schade- ten. So war es in Wien bekannt, dass „Schaffer sich gerne zuviel herausnehme" und er deswegen auch schon mehrmals „in seine Schranken gewiesen worden sei".130 Menzinger seinerseits wurde vom Fürsten gerügt, weil seine Bemerkungen über Schaffer „mehr Leidenschaftlichkeit als ruhige Er- wägung des Dienstes" zeigten.131 Die Hofkanzlei doppelte nach und ermahnte Menzinger, nicht nur die „grösste Unparteilichkeit, sondern auch be- sonnene Ruhe gegen den fürstlichen Militärkom- mandanten für die Zukunft in Anspruch zu neh- men".132 Menzinger müsse von der „individuellen Beschaffenheit und Benehmensweise" des Kom- mandanten absehen und ihn durch „Klugheit, Bei-spiel 
und vernünftige Beweggründe in den Schran- ken des Dienstes und des Anstandes erhalten, und vereint mit ihm nur zum wahren Besten des fürstli- chen Dienstes wirken".133 Ob dieser Vortrag, der als beispielhaft für die obrig- keitliche Auffassung über die richtige Verhaltens- und Funktionsweise der Verwaltung gelten kann, bei Menzinger Einsicht oder vielleicht eher Verär- gerung bewirkte, lässt sich nicht ausmachen. Ein eigenes, auch eher unerfreuliches Kapitel ist die Beziehung Schaffers zu seinen unmittelbaren mili- tärischen Untergebenen, den Unteroffizieren. Eine belastende Auseinandersetzung hatte gleich 1836 mit den bayerischen Unteroffizieren stattgefunden. Der Kern zu diesem Konflikt mag auch darin gele- 110) Ebenda, DI. Nr. 2546, HKW an OA. 22. März 1838. 111) Ebenda. 112) HALW Nr. 564/1838, Schaffer an HALW 16. Jan. 1839. 113) LLA RC 27, Cl, Nr, 476, Schaffcr an OA, 10. Okt. 1836. 114) Ebenda. 115) Ebenda, A. Schaffer an OA. 25. Mai 1839. 116) Ebenda. 117) Ebenda. 118) Ebenda. 119) Ebenda. Nr. 284, Schaffer an OA, 10. Juni 1838. 120) Ebenda, Aussage Hartmanns vor dem OA, 27. Juli 1838. 121) Ebenda. 122) Ebenda. 123) Ebenda, A, o. N., OA an Militär-Kommandanten, 14. Apr. 1838. 124) Ebenda. 125) Ebenda, OA an Schaffer, 10. Juni 1838. 126) Siehe oben S. 164. 127) Ebenda, A, ad Nr. 6. Bemerkungen des OA zur Monturrechnung des Leutnants. 25. Jan. 1S38. 128) Ebenda, Nr. 55. OA an Kont.-Kommando, 28. Jan. 1838. 129) Ebenda. 130) Ebenda, Nr. 694, Handbillet des Fürsten an Menzinger, 27. Jan. 1838. 131) Ebenda. 132) Ebenda. 133) Ebenda. 193
        

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