QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 SPIELLEUTE, UNTEROFFIZIERE UND OFFIZIERE allem austretende Unteroffiziere dem Aktivdienst erhalten zu können.78 1849 stand Walch um 165 Gulden für Johann Malin aus Mauren ein, gleichzei- tig wurde er zum Sergeanten befördert. Ein Jahr später ersetzte er als Einsteher den ausgetretenen Feldwebel Walser, und 1852 wurde er zum Feldwe- bel befördert. Nach einem Jahr der Reengagierung stand er 1855 für Franz Josef Biedermann von Schellenberg um die Summe von 410 Gulden für vier Jahre ein. 1859 bis 1862 folgten wieder vier Jahre des Reengagierens für insgesamt 177 Gulden. 1863 stand er nochmals ein um 300 Gulden und zwar für Franz Josef Hasler aus Eschen. Am 27. Februar 1868 wurde er wegen Auflösung des Bun- deskontingents mit Abschied aus dem Militär ent- lassen. Walch, der vom Regierungsamt und vom Komman- danten als ein sehr tauglicher, „schwer zu ersetzen- der" Mann bezeichnet wurde,79 war Teilnehmer des badischen Feldzuges, wo er als Quartiermacher eingesetzt wurde.80 Für die Teilnahme an diesem Ausmarsch wurde ihm die „Badische Gedächtnis- Medaille für 1849" verliehen.81 Walch hatte knapp 24 Jahre als Soldat und Unterof- fizier gedient und war im Alter von 44 Jahren aus dem Militärdienst ausgeschieden. In seiner Dienst- zeit hatte er allein an Einstands- und Reengagie- rungsgeldern, die Soldzahlungen nicht gerechnet, 1352 Gulden eingenommen. Nach seiner Militärzeit war er in Liechtenstein als Wuhrmeister tätig.82 Eine weniger vorbildliche Unteroffizierslaufbahn hatte Johann Büchel aus Schellenberg. Büchel war 1850 innerhalb von zwei Monaten vom Vizekorpo- ral zum Korporal und Sergeanten aufgestiegen.83 Ab April 1851 war er laut Verpflegslisten in Arrest bis März 1852.84 Im August 1851 beschwerten sich sämtliche Unteroffiziere des Kontingents beim Kommandanten über ihren Kollegen Büchel.85 Sie weigerten sich laut dem Bericht des Kommandan- ten, weiterhin unter einem Sergeanten zu dienen, welcher sich die „unverzeihlichsten Vergehen zu schulden kommen lasse".86 Die Unteroffiziere war- fen Büchel vor, die Mannschaft gegen ihre vorge- setzten Offiziere aufzuwiegeln. So habe er beim 
Herstellen der Patronen zum Ausmarsche 1849 öf- fentlich vor der Mannschaft erklärt, die erste Patro- ne sei für Falkenhausen bestimmt. Später soll er einer der Hauptaufwiegler im liechtensteinischen Kontingent gewesen sein und die beiden neu zuge- zogenen Herren Offiziere „Lausbuben" genannt ha- ben.87 Der Vorwurf der Unterschlagung der Menagegelder dürfte die lange Arrestzeit Büchels und seine De- gradierung zum Schützen erklären.88 Noch schwerwiegender aber als der Vorwurf des unerlaubten Ausschleichens aus der Kaserne bei Nacht und des Einschleichens in das Schlafzimmer des Diensthabenden dürfte die Aussage des Trom- peters Eberle gewesen sein, Büchel habe sich vor 69) Ebenda, Dl, o, N., OA an Bat.-Kommando, 8. Febr. 1849. 70) Ebenda, F2, Nr. 5487, HKW an RAV, 9. Mai 1849. 71) LLA AS 34/1, o. iN., 16. Juli 1849. 72) LLA SF Militärakten 1832-1849, o. N„ Kont.-Kommando an RAV. 31. Juli 1850. 73) Ebenda. 74) Ebenda, ad 400, RAV an Kont.-Kommando, 19. Okt. 1850. 75) Ebenda, F 1, Nr. 805, HKW an RAV, 14. Jan. 1854. 76) LLA AS 35/4, Verpflegslisten. 77) Ebenda; folgende Daten stammen aus dieser Liste. Siehe auch Ospelt, Feldzug S. 68 ff. 78) LLA SF Militärakten 1832-1849, o. N„ Resolution des Fürsten. 23. Mai 1843. 79) LLA AS 34/2, Geschäftstagebuch, 31. Dez. 1860. 80) LLM DS, Brief Walchs an seine Eltern, 16. Juni 1849. 81) LLM DS. Verleihungsurkunde vom 29. Aug. 1849. 82) Siehe Kuhn, S. 164; Seger, Heimatbuch, S. 28. 83) LLA AS 35/2. Vorpflegsliste 1850. Beförderung Büchels zum Kor- poral am 1. April 1850, zum Sergeanten am 1. Mai 1850. 84) Ebenda, AS 35/3, Verpflegsliste 1851/52. 85) LLA SF Militärakten 1850-1863, Nr. 7, Kont.-Kommandant an OA, 27. Aug. 1851. 86) Ebenda. 87) Ebenda; Mit den beiden neuen Offizieren dürften Peter Rheinber- ger und Moritz Menzinger gemeint sein. 88) Siehe oben Anm. 84 189
        

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