QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 SPIELLEUTE, UNTEROFFIZIERE UND OFFIZIERE er der Ansicht, dass Vermögende, da sie mehr zu verlieren hatten, „dem Dienst und ihrer Heimath getreuer bleiben" würden.24 Die Talentierten, so Schaffer, könnten in Zukunft zeigen, wozu sie sich eigneten.25 Die 1837 ernannten liechtensteinischen Unteroffi- ziere waren Franz Joseph Goldner aus Schaan, Fi- del Ospelt aus Vaduz und Xaver Sele von Triesen- berg. Goldner,26 geboren 1810, von Beruf Maurer, bereits seit 1831 beim Militär, hatte schon den Kor- poralsgrad; allerdings hatte er noch nie seinen Dienst als Korporal ausgeübt, weil das Kontingent nicht einberufen worden war. Er wurde zum Ser- geanten ernannt. Sele,27 geboren 1813, von Beruf Maurer, war am 16. April 1836 zum Militär einge- zogen worden. Er wurde vom Gefreiten zum Korpo- ral befördert. Ospelt,28 geboren 1814, von Beruf Maurer, ebenfalls seit 1836 beim Militär, wurde vom gemeinen Soldaten zum Korporal befördert. 1841, als Joseph Goldner zu den Reserven übertrat, wurde Fidel Ospelt sein Nachfolger als Sergeant.29 Er trat 1846 zur Reserve über und an seiner Stelle wurde Jakob Negele Sergeant. Fidel Ospelt blieb bis 1847 im Dienst. Im November 1847 suchte er um Entlassung aus der Reserve auf Ende des Jahres an, da er sich Anfang 1848 einer „abgehenden Aus- wanderungsgesellschaft" anschliessen wollte30. Ospelt, der noch bis April 1848 militärpflichtig war, bekam von Fürst Alois den Abschied zugesprochen, sofern der Landvogt gegen die Auswanderung nach Amerika nichts einzuwenden habe.31 Menzinger war der Ansicht, der Bitte Ospelts stehe nichts ent- gegen und der Abschied könne ihm erteilt wer- den.32 Eine Dienstauszeichnung, welche für Sergeant Ospelt bestimmt war, wurde ihm nicht ausgehän- digt, weil er sich „durch sein unstatthaftes Beneh- men ... dieser Auszeichnung unwürdig gemacht" hatte.33 Die Aberkennung der Auszeichnung bezog sich auf sein Verhalten während der Revolutions- phase im Jahre 1848, von deren Einflüssen allem nach auch Sergeant Fidel Ospelt erfasst worden war. Eine wichtige Veränderung bei den Unteroffiziers- chargen trat 1841 durch die Ernennung eines Feld-webels 
ein. Leutnant Blaudek hatte gleich bei sei- nem Dienstantritt 1840 den Vorschlag gemacht, den Forderungen des Bundes nach einem zweiten Offizier für das liechtensteinische Kontingent da- durch zu begegnen, dass ein Feldwebel neu einge- stellt werde. Für die Friedenszeit würde dies nach Blaudek genügen, wenn die ausgewählte Person ge- willt sei, auch „Fortbildung ... zu versprechen, um beim Eintritt eines Krieges augenblicklich den Pflichten eines Offiziers genügen zu können".34 Ei- nen konkreten Vorschlag konnte Blaudek noch nicht machen, da er erst im Verlauf des Winters beim theoretischen Unterricht sich ein genaueres Bild vom „Wissen, dem Charakter und dem Talen- 12) ILA AS 34/1, Contingentsbuch. 18. April 1849. 13) LLA SP Militärakten 1832-1849, Conzeptenbuch, Nr. 5. 16. April 1849. Über die Auszeichnungen siehe Allgäuer, JBL. Band 64. 14) LLA RC 27, F2, Nr. 435, Kont.-Kommando an RAV, 18. Sept. 1849. 15) Ebenda. Gl, Nr. 150. Rekrutierungsliste 1859, RAV an Fürst. 4. Febr. 1859. 16) LLA AS 36/2, Dienstvorschriften 1854. 17) LLA AS 36/1, Dienstvorschriften, o. D. IS) LLA RC 27, A, Standestabelle 1837. 1. Jan. 1837. 19) Ebenda, B, Nr. 360. Kriegsministerium Bayern an 2. Divisions- kommando (Abschrift). 16. Jan. 1836. 20) Ebenda, o. N., Schaffer an Bat.-Kommandant Lamotte, 13. Juli 1836. 21) Ebenda, Nr. 877, HKW an OA, 1. Febr. 1836. 22) Ebenda, Nr. 88, Schaffer an OA, 2. März 1836. 23) Ebenda. 24) Ebenda. 25) Ebenda. 26) LLA RC 27, Cl, ad 5I26. Vorschlags-Consignation, 10. März 1837. 27) Ebenda. 28) Ebenda. 29) Ebenda, Nr. 5859. Kont.-Kommando an HKW 16. April 1841. 30) Ebenda, D2, Nr. 13223, HKW an OA, 21. Dez. 1847. 31) Ebenda. 32) Ebenda, ad 10, OA an Kont.-Kommando, 18. Jan. 1848. 33) LLA SF Militärakten 1832-1849. Conzeptenbuch, Nr. 13, 2. Mai 1849. 34) Ebenda, o. N., Bericht Blaudeks an den Fürsten, 27. Nov. 1840. 185
        

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