QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 SPIELLEUTE, UNTEROFFIZIERE UND OFFIZIERE Spielleute, Unteroffiziere und Offiziere TROMPETER Die Trompeter, auch Spielleute oder Hornisten ge- nannt, hatten eine wichtige organisatorische Aufga- be bei der Übermittlung von Befehlen. Mit verschie- denen Trompeten- oder Hornsignalen wurden Kommandos zum Verhalten im Gefecht oder beim Exerzieren und in der Kaserne bei der Gestaltung des Tagesablaufes übermittelt. Zur ersten Ausbildung von Trompetern aus den ei- genen Reihen wurde ein Hornist vom zweiten Ba- taillon des bayerischen Infanterieregiments Lamot- te von Lindau nach Vaduz beordert.1 Der dazu be- stimmte Hornist Lluber traf im Juli 1836 in Vaduz ein.2 Es war vorgesehen, dass Lluber nach einem Monat wieder zu den Herbstmanövern nach Bayern zurückkehren sollte. Nach Auskunft des Oberamtes, das „Lehrer Huber" bescheinigte, dass er sehr gut gearbeitet habe, waren aber die Schüler nach Ab- lauf dieser Frist noch nicht so weit unterrichtet, dass diese „zum Einsatz fähig" waren.3 Das Ober- amt hoffte aber, mit einer zusätzlichen Unterrichts- dauer von einem Monat könnte das Ziel erreicht werden, und es ersuchte das Bataillonskommando, den Hornisten Huber bis zur vollständigen Ausbil- dung „des einen seiner Schüler" in Vaduz zu belas- sen.4 Huber erhielt daraufhin die Erlaubnis zu blei- ben, bis der „Zweck seiner Commandierung" er- reicht sei.5 Nach dieser ersten Übergangsphase wurden für das liechtensteinische Kontingent nach Möglichkeit zwei Trompeter ausgebildet. Später - etwa seit 1842 - unterrichtete der Lehrer Haupt,6 der früher als Hornist in bayerischen Diensten gewesen war, die Spielleute. So erteilte er 1842 den ganzen Win- ter hindurch den zwei Soldaten Andreas Wagner (geb. 1818) aus Vaduz und Andreas Schädler (geb. 1819) aus Triesenberg gründlichen Musikunter- richt.7 Die beiden neuen Trompeter ersetzten die entlassenen Spielleute Fidel Frick und Xaver Jehly. Andreas Schädler wurde vorerst als „unobligater Trompeter" eingestellt und am 16. April 1842 als Einstandsmann auf sechs Jahre verpflichtet.8 
Die Ausbildung der Trompeter scheint in den näch- sten Jahren so geregelt gewesen zu sein, dass die Anwärter auf die Trompetercharge jeweils bei ei- nem mehr oder weniger fachkundigen Lehrer oder Fachkollegen ausgebildet wurden. Da sich ein Ver- treter aus Ruggell allem Anschein nach beschwert hatte, es sei zu weit, zum Musikunterricht nach Schaan zu gehen, äusserte Fürst Alois IL, Schaan sei „jedenfalls näher als Sigmaringen" und die Hor- nisten könnten „daselbst wie früher zu Schaan Un- terricht erhalten".9 Für einen einzelnen Geeigneten erlaubte Fürst Alo- is allerdings, „zur eigenen besseren Ausbildung und weiteren Einwirkung auf die andern der Gleichheit wegen . .. auf drei Monate nach Sigmaringen" zu gehen.10 1846 wurden aber bereits drei Trompeter zum Bataillonsstab nach Sigmaringen komman- diert. Trompeter Andreas Wagner und die Scharf- schützen Gantner und Kindle waren vom 6. Januar bis zum 30. April 1846 in Sigmaringen. Laut Be- richt des Bataillonskommandanten hatten die drei bei der abschliessenden Vorstellung „sämtliche Dienst- und Exercier-Signale sowie Ordonanzmär- sche" mit befriedigendem Resultat geblasen.11 Wagner, welcher am weitesten fortgeschritten war, sollte den beiden anderen als Lehrer dienen. Damit war der Zweck des Aufenthaltes beim Bataillon er- 1) LLA RC 27, B. Nr. 360. Kriegsministerium Bayern an 2. Divisions- kommando (Abschrift), 16. Jan. 1836. 2) Ebenda, o. N.. Schaffor an Bat.-Kommandant, 13. Juli 1836. 3) Ebenda, o. N.. OA an Bat.-Kommando, 11. Aug. 1836. 4) Ebenda. 5) Ebenda, Bat.-Kommando an OA, 16. Dez. 1836. 6) Lehrer David Haupt ist auch belegt durch seine Abschrift des Konskriptionsgesetzentwurfes von 1844. 7) LLA SF Militärakten 1832-1849, o. N., Vorschlagskonsignation 1842, 12. März 1842. 8) LLA RC 27, C2, ad 646, OA an Fürst, 30. Sept. 1843. 9) LLA AS 34/1, Bat.-Befehl vom 20. Febr. 1844. 10) Ebenda. 11) LLA SF Militärakten 1832-1849, Nr. 290, Bat.-Kommando an Kont.-Kommando, 30. Apr. 1846. 183
        

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