1845 waren grössere Reparaturarbeiten für die Schwimmschule notwendig geworden, wofür die beachtliche Summe von 339 Gulden ausgegeben werden musste.225 Die Hofkanzlei gab in einem Schreiben zur Jahresrechnung 1845 der Hoffnung Ausdruck, dass diese Arbeiten zweckmässig und dauerhaft ausgeführt worden seien, „wonach wei- tere Kosten oder grössere Reparaturauslagen lange Zeit nicht stattfinden werden".220 Bei der Gelegen- heit wurde gleich noch eine allgemeine Ermahnung und Grundsatzerklärung mitgeliefert: „Überhaupt ist bei diesen Auslagen, wo nur immer thunlich, die grösste Wirthschaftlichkeit zu beachten, und solche nur auf die wirkliche Nothwendigkeit zu beschrän- ken."227 Der Schwimmunterricht wurde weiterhin fleissig abgehalten, was durch die lobenden Beur- teilungen in verschiedenen Berichten bezeugt wird. So schrieb Niedermayr 1847, dass die ältere Mann- schaft grosse Fertigkeit und Ausdauer im Schwim- men erlangt habe, und die jüngere „trotz der kur- zen Zeit und der in der Mitte der Übungen einge- trettenen schlechten Witterung, viele Fortschritte an den Tag gelegt [habe], was Zeugnis [gebe] von der zweckmässigen Lehrmethode und dem Eifer in Ertheilung des Unterrichtes".228 Eine Tabelle von 1847 zeigt, worauf beim Schwimmunterricht Wert gelegt wurde und welches Niveau der Ausbildungs- stand erreichte:229 Einteilung *1.K1. 2.Kl. 3.Kl. 4.K1. Summe Stand der Unteroffiziere und Scharfschützen Schwimmer vom Jahr 1845 7 5 5 5 22 Ergebnisse der diesjährigen Nachübung 5 4 7 6 
22 In diesem Sommer werden gebildet 9 6 6 5 
26 Ärztlich frei 3 Keinen Unterricht erhielten 3 Summa 14 10 13 11 
54 * 1. Klasse: welche noch an der Leine schwimmen. 2. Klasse: Freischwimmer. 3. Klasse: Taucher und ausdauernde Schwimmer. 4. Klasse: Schwimmer mit Gepäck und Waffen. 
Die Darstellung der angestrebten Schwimmausbil- dung zeigt, dass gerade für die Truppengattung der Jäger ein recht anspruchsvolles Schwimmpro- gramm galt. Die 1841 „ganz von Holz" erstellte Schwimmschule war „stets der Fäulnis ungemein schnell ausge- setzt".230 Im Herbst 1852 glitt zudem noch „infolge anhaltendem Regen die halbe rechtsseitige Bod- nung samt Erde und Ankleidhäusel in Weiher".231 Das Oberamt bat deshalb um die Erlaubnis, eine grössere Reparatur vornehmen zu dürfen und „bei dem Einsprunge"232 statt der Holzwand eine Mauer einsetzen zu lassen. Das Oberamt erhielt die Er- laubnis, „absteigerungsweise" die Bauarbeiten an Johann Laternser von Vaduz um die Summe von 368 Gulden einschliesslich der Baumaterialien zu vergeben.233 Die Ausführung der Arbeit kam aber teurer als die zugestandene Summe zu stehen, da „mit dem nach dem alten Kostenvoranschlage be- antragten Materiale an Kalk und Sand das Auslan- gen nicht gefunden werden" konnte.234 Mit Geneh- migung der Hofkanzlei wurden für die Renovation der Schwimmschule schliesslich 456 fl. und 40 kr. bezahlt.235 Die Ausgaben für die Schwimmschulen waren nicht unbedeutend, bewegten sich aber im erträglichen Rahmen. Man versuchte auch hier soviel zu sparen wie möglich, hatte andererseits aber die Möglich- keit, seinen guten Willen in der Ausbildung der Sol- daten vorzuweisen. 225) LLA RC 27. C2, Nr. 4569, HKW an OA, 27. Apr. 1846. 226) Ebenda. 227) Ebenda. 228) LLA AS 34/1, S. 65, Bericht Niedermayrs vom 16. Juli 1847. 229) STAS NVA II, 7115, Ausweis über den Stand der Schwimmer im Jahre 1847. 230) LLA RC 27, Dl, Nr. 288, RAV an Fürst, 3. Okt. 1854. 231) Ebenda. 232) Ebenda. 233) Ebenda, Bewilligung Nr. 12591, o. D. 234) Ebenda, Nr. 169, RAV an Fürst, 30. Jan. 1856. 235) Ebenda, Nr. 1930, HKW an RAV, 11. Apr. 1856. 166
        

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