rung verzichten.80 Dies geschah wohl im Bewusst- sein des nicht inspektionsfähigen Zustandes der Truppe. Der Antrag Liechtensteins wurde abge- lehnt und die Inspektion durchgeführt.81 Neben an- deren Mängeln wurde im Musterungsbericht Liech- tenstein auch die fehlende Bekleidung vorgehal- ten.82 Der Anstoss zu einer Veränderung kam von aussen. Einmal hatten die Musterungsberichte von 1853 und 1858 gezeigt, dass gerade die Reserveinfante- riedivision „in keiner Weise auch nur annähernd kriegstauglich war".83 Infolge der immer wieder aufgezeigten Mängel in vielen Bereichen des Bun- desheeres wurde vom Bund aus ein härteres Vorge- hen beschlossen. Man wollte schnell und energisch die festgestellten Mängel beheben, was in der Pra- Tschako mit rot-weisser Rose, Initialen Alois' II. und Abzeichen des Jäger- korps (vor 1845) 
xis allerdings nicht so leicht durchzusetzen war.84 Aber immerhin mussten sich gerade die Kleinstaa- ten, die den Verpflichtungen oft nur nachlässig nachkamen, auf strengere Massnahmen gefasst machen. Der andere Anstoss von aussen war durch die Ver- wicklung des Deutschen Bundes in die Auseinan- dersetzungen Österreichs mit Italien im Jahre 1859 gegeben.85 Dies war die zweite Krise dieses Jahr- zehnts, welche eine Marschbereitschaft auch des liechtensteinischen Kontingents als möglich er- scheinen liess. Der Einsatz des Bundesheeres wur- de vorbereitet, die Mobilmachung der Truppen an- geordnet. Dies bedeutete für Liechtenstein, dass es sein Kontingent marschtüchtig auszurüsten hatte. Schon anfangs des Jahres waren die neuen Unifor- men angeschafft worden.86 Eine zeitgenössische Beschreibung der Uniform87 zeigt, dass keine we- sentlichen Änderungen gegenüber früher vorge- nommen wurden. Die Grundfarbe blieb dunkelblau, Ärmelaufschläge und Kragen waren von gleicher Farbe, die Röcke hatten zwei Reihen weisser Knöp- fe, Rock und Hose waren wie schon bisher rot pas- sepoiliert. Zur Uniformbekleidung gehörten weiter- hin hellgraue Mäntel und schwarze Mützen mit rot/ silbernen Kokarden.88 Als Arbeitsmontur und zum Exerzieren im Sommer bekam jeder Soldat zwei Paar Hosen aus weissem Gradelstoff und einen Rock aus rohem halbgebleichtem Zwilch. Diese Neuausstattung wurde vorerst nur für die ak- tive Mannschaft angeschafft. Für die Reserve- und Ersatzmannschaft wurden die alten ausgemuster- ten Uniformen eingesetzt. Man behielt sie aber nur 80) Siehe Keul, S. 168. 81) Ebenda, S. 169. 82) Ebenda, S. 173. 83) Ebenda. 84) Siehe dazu Keul, S. 174 ff. 85) Ebenda, S. 200 ff. 86) LLA RC 27, Fl, ad 298, RAV an Fürst, 8. März 1859. 87) Ebenda, Dl, ad 251, RAV an Fürst, 7. März 1859. 88) LLA AS 34/2, Correspondenz-Geschäftstagebuch, 1860. 148
        

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