Die Dauer der Tragzeit der einzelnen Stücke war folgendermassen festgesetzt:58 Tschako 6 Jahre - nach drei Jahren wurde ein neuer Überzug gegeben Mantel 6 Jahre Rock 3 Jahre Ärmel-Leibel Mütze Fäustlinge 
• je ein Jahr und sechs Monate Tuchhose Sommerhose Hemden 
1 Jahr Die Forderungen nach einer Angleichung der liech- tensteinischen Uniformen an das Bataillon hielten an bis in die letzte Phase des gemeinsamen Beste- hens. Im März 1849, knapp zwei Monate vor dem Ausmarsch nach Baden, kam eine Mitteilung vom Bataillonskommandanten in dieser Angelegenheit nach Vaduz. Er gab dem Regierungsamt bekannt, dass es den Reichsinspektor59 „besonders befrem- det [habe], dass das jenseitige Contingent nicht ebenfalls grüne Krägen und Ärmelaufschläge besit- ze".60 Bei eventuellen Neuanschaffungen, so meinte Niedermayr, sollte in Liechtenstein unbedingt eine Angleichung vorgenommen werden. Fast ist man versucht zu sagen, das Bataillon hatte Liechtenstein am Kragen. Es wirkt in dieser Situation beinahe wie eine Ironie des Schicksals, dass nach Aussage des Regierungsamtes Fürst Alois II. im März 1849 erklärte, er sei nicht abgeneigt, „bei dem Scharf- schützenzug die grünen Aufschläge einführen zu lassen, was dann etwa bei der nächsten grösseren Nachschaffung geschehen könnte".61 Nach den Er- eignissen von 1849 wurde bekanntlich das gemein- same liechtensteinisch-hohenzollersche Bataillon aufgelöst, womit auch das Problem der Anglei- chung der Uniformen nicht mehr gegeben war.62 Für Liechtenstein war dadurch allerdings das Uni- formproblem als Ganzes nicht gelöst. Der Einsatz im Feldzug von 1849 hatte die Uniformen in solche Mitleidenschaft gezogen, dass sie nach einem Be- richt des Regierungsamtes aus dem Jahre 1852 nur noch für die nächste Ausbildung verwendet werden konnten, „dann aber ... als vollkommen unbrauch-bar 
in Abgang zu bringen" waren.63 Man hatte sich zwischenzeitlich zur längeren Instandhaltung der Uniformen bereits durch die Anschaffung österrei- chischer „Zwilchröcke" aushelfen müssen.64 Im Vorjahr war das Regierungsamt gezwungen gewe- sen, 10 Uniformen bereitzustellen, welche, soweit nötig, den Unteroffizieren zugewiesen worden wa- ren, damit wenigstens diese ordentlich erschie- nen.65 Eine gesamthafte Neuanschaffung konnte nach Ansicht des Regierungsamtes aber nicht mehr hinausgeschoben werden. Schlimm war es auch um die Tschakos bestellt. Diese bestanden aus Tuch, „nur mit Papendekel ausgesteift"66 und zum Schutz gegen Nässe mit ei- nem Wachstuchüberzug versehen. Im Laufe der Zeit hatte sich „der Papendekel insbesondere dem Kopf nach herum erweicht und in Falten zusam- mengesetzt, daher sie sehr unförmig" erschienen.67 Eine Verbesserung durch Aussteifung hätte nach Ansicht des Regierungsamtes mehr Kosten verur- sacht als die Tschakos noch wert waren. Die Entscheidung über eine Neuanschaffung von Uniformen war aber dadurch erschwert, dass nach der Abtrennung vom hohenzollerschen Bataillon nicht bekannt war, welchem Truppenkörper das nun für sich allein existierende liechtensteinische Korps zugeordnet werden würde. In den nächsten Jahren war die Haltung des Fürsten eher auf ein Hinausschieben der Entscheidung bedacht. Nur un- bedingt notwendige Ausgaben für die Uniformen wurden anfänglich noch bewilligt. So war dem Ge- such des Regierungsamtes vom März 1852, neue Tschakos anzuschaffen, nur ein Teilerfolg beschie- den. Fürst Alois II. fällte bezüglich der Tschakos den Entscheid, „zu reproducirefn,] und [es] wird nur bis zu dem Gesammtbetrage von Einhundert Gulden R. W. vor der Hand der Landesverweser zum dringendsten ermächtiget".68 Die Klagen des Kontingentskommandanten häuften sich und wurden immer drängender. 1854 hiess es, sowohl Uniformen als auch Tschakos könnten nicht mehr länger „dem Dienst gegenüber bestehen".69 Kostenvoranschläge wurden unterbreitet, der Fürst wurde fast flehentlich um eine Entscheidung gebe- ten, „nach welcher Ordonanz die Uniformen zu ge- 146
        

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