QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 AUSRÜSTUNG UND AUSBILDUNG Bei den Tschakos blieb nach dem Willen des Für- sten die „gegenwärtig mir hübsch und zweckmässig erscheinende österreichische Form erhalten".51 Ge- billigt wurde die Einführung von schwarzen Ross- haarbüscheln für die Soldaten und von weissen für die Trompeter. Die sogenannte Rose der Tschakos wurde weiterhin verwendet und zwar in den fürstli- chen Hausfarben rot/weiss bei den Unteroffizieren und Gemeinen und rot/silbern bei den Offizieren.52 Für die Tschakos bewilligte Fürst Alois ebenfalls die von Bataillonskommando beantragte Einfüh- rung von Sternen aus Neusilber mit dem fürstlich- liechtensteinischen Wappen.53 Was die Anfertigung der Uniformkleidung anbe- langte, verordnete Fürst Alois, dass ein Kleidungs- stück als Muster von der hohenzollerschen „Mon- turs-Commission" zu beziehen sei. Die anderen Stücke waren im Lande nach diesem Muster zu verfertigen mit dem aus den hohenzollerschen Staaten bezogenen Tuch.54 Nach diesen Vorstellungen wurden im Laufe des Jahres 1846 neue Uniformen eingeführt. Eine kriti- sche Äusserung, die anlässlich der Inspektion von 18 4 655 gemacht wurde, dass nämlich nicht genü- gend Vorrat für die Bekleidung und Ausrüstung der Reserve vorhanden sei, wurde von Menzinger recht unwillig mit der Bemerkung zurückgewiesen: „Ist auch gegenwärtig gar nicht nothwendig, zu was denn als zum herumliegen."56 Eine vollständige Uniform-Montur umfasste ab 1846 folgende Teile:57 1 Tschako mit Futteral 1 Mantel 1 Rock 1 Ärmel-Leibel [Spenser] 1 Mütze [„Commod-Kappe"] 1 Paar Fäustlinge 1 blaue Tuchhose 1 Paar Sommer-Pantalon 2 Hemden 2 Paar Unterhosen 2 Halsbinden 1 Paar Halbstiefel 1 weiteres Paar Halbstiefel nach sechs Monaten 
31) Passepoiliert: schmaler Nahtbesatz bei Kleidungsstücken; Vor- stoss. 32) Siehe oben Anm. 27. 33) Ebenda, Nr. 2, Blaudek an OA, l. Jan. 1842. 34) Bay. HSTA, Abt. IV, Kriegsarchiv, A, XXI, 160, Musterungsbericht 1841 (Abschrift) 35) Ebenda. 36) Siehe oben Anm. 3.3. 37) LLA RC 27, C2, ad 214, OA an Fürst, 10. Dez. 1841. 38) Es betrifft das in einem Exemplar in der liechtensteinischen Lan- desbibliothek vorhandene Werk von Eckert-Monten. Siehe oben Anm. 3. 39) LLA RC 27, C2, o. N. (Kopie) HKW an Weiss, 23. März 1841. 40) Ebenda. 41) Ebenda. Ludwig Kühlenthal, 1805-1866, geboren in Rees (Rhein- provinz), studierte in Düsseldorf, bereiste Italien und liess sich 1842 in Chur nieder, siedelte 1851 nach Zofingen um. Siehe Thieme-Bek- ker. Allg. Lexikon der bildenden Künstler, 22. Band, S.56, Leipzig 1928. Kühlenthal malte ebenfalls ein Bildnis von Fürst Alois IL an- lässlich dessen ersten Landesbesuches im Jahre 1842. 42) Ebenda, ad 214, OA an Vallaster, 6. April 1841. Franz (Josef) Vallaster, 1803-1856, Zeichenlehrer an der Zeichnungsschule in Eeldkirch; siehe dazu Vallaster, Christoph: Im Reich des Sonnenkö- nigs, Dornbirn, 1987. 43) Ebenda, Nr. 10130, HKW an OA, 23. März 1841. 44) Ebenda, Nr. 460, OA an Weiss in Würzburg, 10. Dez. 1841. 45) LLA SF Militärakten 1832-1849, Nr. 5/109, Ordre der obersten Militärinspektion vom 8. Juni 1845. Abschrift vom 25. Juni 1845. 46) LLA RC 27, C2, Nr. 642, Bat.-Kommandant an HKW, 4. Juli 1845. 47) Ebenda. 48) Ebenda, Nr. 641/642, HKW an Bat.-Kommandant, 19. Juli 1845. 49) Ebenda. 50) Ebenda. 51) Ebenda. 52) Ebenda, Nr. 926, Bat.-Commando an Kont.-Commando, 13. Okt. 1845, Siehe auch Allgäuer. S. 172 f. 53) Siehe oben Anm. 48 54) Ebenda. 55) LLA RC 27, D2, 3/15. Nr. 58, Inspektionsbericht vom 28. Dez. 1846. 56) Ebenda, o. N., Bemerkungen Menzingers zum Inspektionsbericht 1846, o. D. 57) Ebenda, Dl, o. N„ Aktennotiz, o. D. (ca. 1846). 145
        

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