ten, sobald die noch im Gebrauch befindlichen aus- gehen würden, durch dunkelblaue, rot passepoi- lierte31 ersetzt werden.32 Nach der Musterung in Sigmaringen wurden dem Scharfschützenzug für die Mützen „zur Distinction rot und weiss gewebte Kokarden zugestellt mit dem Befehl, selbe aufnä- hen zu lassen.33 Die anlässlich der Musterung in Gammertingen von General Isenburg am 5. Oktober 1841 durchgeführ- te Inspektion enthält die Bemerkung, dass die Be- kleidung „im ganzen brauchbar und zweckmässig" sei und die Uniform des Bataillons „hübsch genannt werden" könne.34 Bemängelt wurde lediglich, dass für die Reserven statt der 27 benötigten Mäntel nur deren zwei vorhanden waren.35 Die nächsten vier Jahre brachten keine wesentli- chen Änderungen der Uniformen in Liechtenstein. So weit nötig und möglich, beschaffte man sich für Ergänzungen und Erneuerungen das Erforderliche im Lande selbst. Die meisten der benötigten Artikel mussten aber im Ausland gekauft werden, und bei denjenigen, die im Lande zu haben waren, musste der Kommandant feststellen, „dass sie meistens bei minderer Qualität auch theurer" waren.36 Von den im Lande ausgeübten Handwerksberufen wurden die Schuster und Schneider eingesetzt, „andere für die weiteren Bedürfnisse entbehrtfe] das Land".37 Von den zu diesem Zeitpunkt verwendeten liechten- steinischen Uniformen wurden Zeichnungen und Bilder hergestellt für das von Christian Weiss in Würzburg geplante Werk über „Sämtliche Truppen von Europa in charakteristischen Gruppen darge- stellt".38 Dem Herausgeber wurde durch die Hof- kanzlei mitgeteilt, dass dieses Werk bereits im Be- sitze des Fürsten sei.39 Zur Vervollständigung des- selben wurde dem Oberamt der Auftrag erteilt, „von einem geschickten Zeichner ein Blatt mit ge- treuer und richtiger Darstellung der Uniformen an- zufertigen und solche . .. gratis und franco zu über- senden".40 Dem Maler Ludwig Kühlenthal in Chur wurden für „2 Stck. in Ohl gemalte Bilder das dasige Militär betreffend"41 ein Betrag von 55 Gulden überwiesen. 
An den Zeichnungsmeister Vallaster in Feldkirch erging ein Auftrag, eine kolorierte Zeichnung der Uniformierung eines Unteroffiziers und zweier Ge- meiner gegen angemessenes Honorar anzufertigen. Vallaster wurde gebeten, sich zu diesem Zwecke „gefälligst dahier einfinden" zu wollen.42 Dem Oberamt wurde von der Hofkanzlei empfohlen, der Zeichnung eine gefällige Landschaft beifügen zu lassen .. . und auch eine Zeichnung der Uniform des Kommandanten erstellen zu lassen.43 Im Begleitschreiben zu dem an Weiss übersandten Duplikat der Zeichnung wurde vom Oberamt be- merkt, „dass hiebei die Uniformzeichnung rück- sichtlich Farbe zu licht aufgetragen sei, indem selbe dunkelblau seyn" sollte.44 Eine wichtige Abänderung der liechtensteinischen Militäruniformen kam 1845 zustande. Die oberste Militärinspektion des Bundes verlangte, dass bis zum 1. Mai 1846 neue Waffenröcke mit nur noch vier Zoll [ca. 10 cm] langen Rockschössen anstelle der bisherigen Uniformfräcke mit langen Rock- schössen verwendet werden sollten.45 Das Batail- lonskommando unterstützte diese Neuerung, da die Waffenröcke als praktischer angesehen wurden und die noch vorhandenen Röcke sich in einem sehr abgenutzten Zustande befanden, weil seit drei Jahren keine neuen mehr eingeführt worden wa- ren.46 Überdies war für 1846 eine Bundesmuste- rung vorgesehen, für welche eine neue Montur auf alle Fälle erforderlich wurde. Auch bei dieser Gelegenheit schlug der Bataillons- kommandant vor, aus Gründen der Angleichung an das Bataillon grasgrüne Kragen, grüne Ärmelauf- schläge und rote Achselklappen einzuführen.47 Und wie entschied Fürst Alois? Er erlaubte die Einfüh- rung des neuen Waffenrockes mit Ausnahme der grünen Aufschläge und Kragen, welche weiterhin die blaue Rockfarbe behielten.48 Lediglich für die Schnur an der linken Oberseite des Waffenrocks, an der ein Pulverhorn oder ein Kapselträger befestigt werden konnte, durfte von grüner Farbe sein.49 Da- bei galt aber weiterhin, dass dieser Waffenrock mehr als Parade- und Winterrock anzusehen sei und im gewöhnlichen kleinen Dienst vorzüglich der Spenser zu tragen sei.50 144
        

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