QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 18 14-1849 DAS KONTINGENT IM ALLTAG trug nach den Rekrutierungslisten in den 40er Jah- ren etwa 1.64 Meter.138 1 8 4 8 waren von den 67 Lospflichtigen elf „unterm Mass"139, das entspricht einem Anteil von etwa 16%; insgesamt waren 19 untauglich, davon also 58% wegen fehlender Min- destgrösse. Ein Bericht des Bataillonskommandanten an den Fürsten gibt in seiner allgemeinen und grundsätzli- chen Aussage einen wichtigen Aspekt des Tauglich- keitsproblems wider:140 „Unter dem diesjährigen Zugang von 24 Rekruten konnte V.3 als sehr klein und äusserst schwächlich bezeichnet werden, wenn gleich wohl im Allgemeinen in den Gebirgsgegen- den ein sehr rüstiger und kräftiger Schlag Men- schen gefunden wird, so kann die Bemerkung doch nicht entgehen, dass gerade im Fürstenthum die Jünglinge mit dem 18ten Jahr oft an Wachsthum und Körperkraft bedeutend zurück bleiben." Eine Übersichtstabelle der Konskriptionen der Jah- re 1842 bis 1848 zeigt folgendes Resultat:141 i Jahr Tauglich Untaug-unterm 
zeitl. 
Abwe-total lich Mass 
befr. send . | 1842 40 9 
.' 7 
4 '' 3 
• 63 1843 34 9 13 
18-* ". '3 
77 ! 1844 49 
"6 
20 8 
1 84 1 1845 •37, 
7 . 12 7 
•1 
64 j 1846 
39 
9 
14 7 69 ! 1847 30 18 14 9 
5 
76 \ 1848 
43 8 . 11 
3 
2 
67 1 -272 66 91 
56 , 15 
500 \ in% 
54,4 13,2 
18,2 11,2 3 
100 Die Angaben aus den verschiedenen Konskriptions- unterlagen lassen als Resultat erkennen, dass der Anteil an körperlichen Gebrechen und geistig-psy- chischen Behinderungen bei den Militärpflichtigen recht hoch war. Mit Einbezug der mangelnden Kör- pergrösse waren wegen körperlichen und geistigen Mängeln etwa 31 % untauglich. Es gilt dabei zu be- achten, dass diese offiziellen militärärztlichen Un- tersuchungen den männlichen Anteil der erwachse- nen Bevölkerung unter 25 Jahren betreffen. Neben der Untauglichkeit war die zeitliche oder permanente Befreiung vom Militärdienst ein wich-Konskriptionen 
1842-1848 (Durchschnittsergebnisse) Taugliche 54,4 % tiger Faktor für die Rekrutierung. In den Konskrip- tionsvorschriften gab es genaue Umschreibungen dieser Befreiungsgründe. Den Entscheid über even- tuelle Befreiung fällte der Rekrutierungsrat. Dieser hatte seine Entscheidungen exakt abzuwägen. Ei- nerseits gab es Versuche, mit scheinbaren Gründen eine Befreiung zu erreichen, andererseits wachten die betroffenen Altersgenossen selbst eifersüchtig darüber, dass nicht Befreiungen zu ihrem Nachteil gewährt wurden. Verbunden mit dem Interesse der Behörde, die Zahl der zeitlich Befreiten möglichst klein zu halten, bewirkte dies eine eher zurückhal- tende Anwendung der Befreiungsparagraphen. Hauptgründe für Ansprüche auf zeitliche Befreiung 137) LLA RC 27. H2. o. N„ Conscriptionsliste Balzers. 14. 3. 1837. 138) Siehe 'oben Anm. 135. 139) LLA RC 27, El, Rekrutierungsliste 1848. 140) HALW S 306, Nr. 9014, Bericht des Bat.-Kommandanten an den Fürsten, 3. März 1843. 141) Ebenda. 113
        

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