QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 DAS KONTINGENT IM ALLTAG des Oberamtes an den Fürsten mit der Bemerkung: „Vidi, mit dem gehorsamen Beyfügen, dass ich mei- ne Gründe separat eingesendet habe und dass ich diesen ganz dienstwidrigen Antrag nicht willigen kann."110 Schaffer erachtete es vor allem als wün- schenswert und verlangte, dass er diejenigen der Mannschaft, welche die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten noch nicht erreicht hatten, für die erforderliche Zeit einberufen könne.111 Fürst Alois entschied diese Angelegenheit so, dass der gewöhn- liche Locostand auf acht Mann herabgesetzt wur- de.112 Dem Oberamt wurde aber die Kompetenz gegeben, „ohne Anfrage aber gegen eilige Anzeige den Stand der Gemeinen bis auf die doppelte Zahl zu erhöhen".113 Es hatte jedoch gleichzeitig auf die „dienstlichen Vorschläge des Commandanten"114 wegen der Wahl der zu Beurlaubenden oder wieder Einzuberufenden Rücksicht zu nehmen.115 Von die- sem Recht machte Schaffer auch Gebrauch und ver- langte im nächsten Jahr, die in „Abrichtung" ste- hende Mannschaft müsse zusätzlich für einen Mo- nat einberufen werden.116 Als Grund gab der Kom- mandant an, die gegenwärtige Mannschaft bestehe aus „lauter Schwächlingen, deren Begrifkräfte in der vorgegangenen kurzen Contraction nicht hinge- reicht haben, das einzuhalten, was von einem abge- richteten Millitäire gefordert" werde.117 Vom Ober- amt scheint Schaffer seiner Ansicht nach nicht die notwendige Unterstützung erfahren zu haben, da er von „immerwährenden Hindernissen"118 spricht, die ihm dieses in den Weg lege. Er versuchte auch, das Amt unter Druck zu setzen, indem er drohte, sich beim Fürsten über mangelnde Zusammenar- beit zu beklagen. Menzinger seinerseits warf Schaf- fer vor, dass er die Ausbildung der Mannschaft in der vorgegebenen Zeit hätte erreichen sollen, dann wären dem Land Kosten erspart geblieben. Über- dies meinte der Landvogt, er könne „einer Anzeige ... getrost entgegensehen".119 Er ersuchte Schaffer sogar, ihm „künftig keine unnöthigen Schreiberey- en zu verursachen, wozu [er] wahrhaft weder Zeit noch Willen habe".120 Im grossen und ganzen ent- wickelte sich die Präsenzzahl des Kontingentes so, dass in den Monaten April bis Juni und im Oktober die Mannschaft zur Einübung einberufen war. Je 
nach erreichtem Ausbildungsstand und angestreb- tem Ausbildungsziel war die Truppe komplett oder nur zu einem Teil versammelt. Für die übrige Zeit des Jahres bestand das präsente Kontingent ledig- lich aus dem Leutnant und wenigen Soldaten. Ein- zelne, wie etwa die Trompeter, wurden teilweise 91) Ebenda. 92) LLA RC 27, A, o. N.. OA an Gerichte, 13. April 1837. 93) Ebenda, ad 160, OA an Fürst, 20. Juli 1838. 94) Ebenda, o. N., Bemerkungen Leutnant Schaffers zur Standestabel- le 1837 und 1838. 95) LLA SF Militärakten 1832-1849, Nr. 4, Blaudek an Bat.-Kom- mando, 26. März 1846. 96) Ebenda. 97) Ebenda, o. N., (Abschrift des fürstl. Reskripts vom 23. Juli 1841, Nr. 6632) o. D. 98) Ebenda. 99) LLA AS, 34/2, Nr. 28, Kommandant an Landesverweser. 14. Sept. 1861. 100) Ebenda. 101) Ebenda. 102) Ebenda, Nr. 34. 16. Dez. 1861. 103) LLA RC 27, B, 27/4. Nr. 47, OA an Fürst, 25. Jan. 1838. 104) Ebenda, A, Nr. 151, Kommandant an OA, 20. März 1838. 105) Ebenda. 106) Ebenda. 107) Ebenda. 108) Ebenda, ad 160, Schaffer an OA, 12. Juli 1838. 109) Ebenda. 110) Ebenda. 111) Ebenda, OA an Fürst, 31. Aug. 1838. 112) Ebenda, Nr. 9233. HKW an OA. 2. Nov. 1838. 113) Ebenda. 114) Ebenda. 115) Ebenda. 116) Ebenda, Nr. 483, Schaffer an OA, 31. Dez. 1839. 117) Ebenda. 118) Ebenda. 119) Ebenda, OA an Kommandant, 31. Dez. 1839. 120) Ebenda. 109
        

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