QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 DAS KONTINGENT IM ALLTAG bis 1. April 1817 geboren waren, beim Oberamte einzureichen. Die Konskription war am 26. März 1836 abge- schlossen.33 Für Abgängige, Abwesende, Untaugli- che sowie für die Ergänzung der Reserve waren durch Los 37 Soldaten neu ausgehoben worden.34 Unter den Abwesenden der Gemeinde Mauren wur- de unter anderen auch Peter Kaiser, Sohn des Mi- chael, geboren am 10. Okt. 1793, aufgeführt.35 Als Grund seiner Abwesenheit war angeführt: „Profe- sor in Aarau".3() Die Rekrutierung war in sämtlichen Gemeinden, mit Ausnahme von Schaan, „ganz ordentlich und ruhig" vor sich gegangen.37 In Schaan hatte sich Joseph Konrad38 „äusserst unanständig und frech betragen und dadurch auch unter seinen Kamera- den ein ziemlich tumultuarisches Benehmen" er- regt.39 Da Konrad sich ausserdem noch nachträg- lich damit gebrüstet hatte, dass er allein den Mut gehabt habe, roh zu sein, beantragte das Oberamt, dagegen Massnahmen zu ergreifen. Es schlug vor, „diesen Burschen umsomehr ausser der Loosung auf sechs Jahre stellen zu dürfen, als gerade die Schaaner mit Rücksicht auf ihre Contingentsmann- schaft, und sonstig obwaltende Verhältnisse am schonendsten behandelt" worden seien.40 Ob mit den „sonstig obwaltenden Verhältnissen" die Ereig- nisse von 1831 gemeint sind, als sich ebenfalls in Schaan Widerstände manifestierten, kann nur ver- mutet werden. Der Strafantrag des Oberamtes ge- gen Konrad wurde vom Fürsten angenommen, was bedeutete, dass dieser, ohne an der Losung teilneh- men zu können, auf sechs Jahre zum Militär einge- zogen wurde.41 Im Januar 1837 reichte Konrad ein erstes Gnadengesuch ein mit der Begründung, dass er der einzige Sohn betagter Eltern sei und durch einen anderen Diensttauglichen leicht ersetzt wer- den könnte.42 Obwohl Kommandant und Oberamt das Gesuch unterstützten, lehnte der Fürst eine Be- gnadigung ab.43 Der Entscheid wurde allerdings durch den Zusatz gemildert, dass „die Halbscheid44 der 6jährigen Dienstzeit" nachgelassen und Konrad bei fortan tadellosem Benehmen ausserhalb der Exerzierzeit nach Hause beurlaubt wurde, um sei- nem Vater bei der Wirtschaft zu helfen.45 Pünktlich 
zur Halbzeit, im Januar 1839, reichte Konrad sein zweites Gnadengesuch ein.46 Er erinnerte darin an sein tadelloses Benehmen während der letzten drei Jahre und versprach, „sich stets als rechtschafener und braver Bürger betragen zu wollen".47 An das 39 40 41 42 43 44 45 46 47 
LLA RC 27, B, Fasz. 27/Mat. 6, Nr. 89, OA an HKW, 29. Jan. 1834. Hbenda. Fbenda. Hbenda. Hbenda, Nr. 2059. HKW an OA, 29. April 1834. Hbenda. Hbenda. Hbenda, Nr. 8853, HKW an OA, 17. Dez. 1835. Ebenda. Ebenda. Ebenda. Ebenda. Nr. 486, OA an Fürst. 27. Dez. 1835. Ebenda. Ebenda, Nr. 66, HKW an OA, 4. Jan. 1836. Ebenda. Siehe oben S. 58. LLA RC 27, B. 27/6, ad 486, OA an Gerichte, 12. Jan. 1836. Ebenda, beiliegende Schreiben. Ebenda, Nr. 22, OA an Pfarrämter, 5. Febr. 1836. LLA RC 27, B, Nr. 145. OA an Fürst, 27. März 1836. Ebenda. LLA RC 27. 112, Assentierungsliste der Gemeinde Mauren, 1836. Ebenda. Siehe oben Anm. 33. Siehe oben Anm. 33 Ebenda. LLA RC 27, A. Nr. 2696, HKW an OA. 9. April 1836. Ebenda, o. N., Kontingentskommandant an OA, 3. Febr. 1837. Ebenda, Nr. 2172, HKW an OA, 16. März 1837. Ilalbscheid = die Hälfte. Siehe Grimm, Bd. 10, Spalte 212. Siehe oben Anm. 43. Ebenda, Nr. 16, Jos. Konrad an OA, 7. Jan. 1839. Ebenda. 103
        

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