- 91 schuldete. Der Abt tat dies, um diese Sache uoch bei Lebzeiten des letzte» Freiherrn v. Schellenberg zu Kißlegg zu Eude zu bringen und aus besonderer Zuneigung zn diesem Hochedlen, dem Stifte St. 
Gallen seit Jahrhunderten zugewaudteu Geschlechte. Man 
einigte sich darin: 1. Nach dem Tode des Franz Christoph soll das Lehen ein Weiberleheu sein und der Tochter des Frei- herrn, der Maria Anna uuu Gräfin v. Wolsegg, zufallen nnd dann auf deren Nachkommen übergehen, oon denen die männlichen vor den weiblichen das Vorrecht haben werden. Sollte aber diese Gräfin ohne Kinder sterben, danu ginge das Lehen ans die nüchst- verwandte schellenbergische Linie über. 2. Statt der schuldigen 5200 fl, welche das Stift aus der Allodialmasse Hütte einbringen können, bezahlt der Freiherr 
3090 sl, die aber bar erlegt werden müssen. In seinem letzten Willen übergab der Freiherr seiner Frau Gemahlin (Maria Renata) ihre vom Vater geerbten Güter als: die alte Bnrg, 2 Höfe zn Waltershofen, 1 Hof zu Rübgartcn, 4 Höfe zu Emelhofen, weitere 7 Höfe zn Haslach, Höllenbach und Sommcrsriet. Am folgenden Tage - 6. Mai 1708 — starb er. Wie sein Schwiegersohn dem Fürstabte von Kempten schrieb, ersolgte sein Tod im Stifte zu Lindau, uach lauger, mit Ergebung ertragener Krankheit und nach Empfang der hl. Sakramente. Unter dem 12. Mai erhielt der Abt auch von Seite 
der schwäb, Ritterschaft die Todesanzeige. Es heißt in dem Schreiben: Der Freiherr 
habe sich zur vermeintlichen Erholung vou Bregeuz — wo 
er sich aufhielt — nach Lindau begebeu gehabt. Es wird seiu exemplarisches Leben gerühmt ^und sein christlicher Wandel; es werden seine Uncigennützigkeit und seine Verdienste um die Ritter- schaft hervorgehoben. Sogar iu seiuem langwührendcn Exil zu Bregeuz habe er die Interessen derselben wahrgenommen nnd sei 6 Jahre deren Direktor gewesen. Die Ritterschaft empfahl ihn dem Gebete. Die Beisetzung erfolgte in der Familiengruft zu Kißlegg. Die Witwe Maria Renata scheint um die bezüglich der Leheuerbfolge getroffenen Abmachungen nicht gewußt zu haben. Denn schon am 16. Mai wandte 
sie sich an den Lehenherrn zu St. Gallen mit der Bitte, ihr Kißlegg zu übertragen. Sie hoffe umsomehr aus Erfüllung ihrer Bitte, da der Abt schon zu Leb-
        

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