— 90 — Hosen, Vesenheim nnd Rötsee :e., der Rom. Kais. Maj. Rat, anch» Löblichen freyen Reichs-Ritterschaft in Schwaben des vereinigten St. Georgenschilds des Kantons Hegäu, Allgüu und Bodensee er- betenen Direktors sein Büchlein „Marianischer Baumgarten" — eine Liedersammlung zn Ehren der Gottesmutter.') Die Chronik von Kißlegg berichtet: Den 23. April (1704), als am St. Georgi - 
Tag, ist früh um 9 Uhr, da man in der" Pfarrkirche im Gottesdienste versammelt war, in der sogenannten Sekretürs-Behausung zu Kißlegg, wo Militär einquartiert war,. Feuer ausgebrochen, nud obgleich alles zur Hülfe herbeieilte, konnte dennoch der wütenden Flamme nicht Einhalt getan werden,, nnd diese legte binnen wenigen Stunden schelleubergischerseits 16, grüflicherseits aber 19 Häuser iu Asche. Von dem vormaligen Flecken Kißlegg war daher außer dem freiherrlich-schellenbergischen Schloß, der Pfarrkirche, dem Frauenkloster nnd noch einem ein- zigen Bürgershause kein Gebünde mehr zu erblickend) Höchlich- müßte gegen die Mildtütigkeit des Herrn Franz Christoph, Frei- herr» v. Schellenberg gesündigt werden, wenn nicht hier noch die späteste Nachwelt znm Ruhm und Dank gegen diesen erhabenen Vater seiner Untertanen aufgefordert würde, indem er den gleich- falls eingeäscherten Spital zum hl. Geiste dahier samt der Kirche ans seine eigenen Kosten nicht nur von Grund aus neu erbaute, sondern denselben auch noch mehrere Jahre lang mit Viktualieu. uud all andercu Bedürfnissen unterstützte. Kißlegg war ursprünglich schon ein gemischtes Lehen gewesen, das sowohl in weiblicher, wie in männlicher 
Descendenz sich ver- erbte. So kam es ja schon um 1270 vou denen v. Kißlegg an die v. Schellenberg durch eine Erbtochter. Das war wieder in Vergessenheit geraten, weil dieser Fall seitdem nicht mehr vorge- kommen war. Deshalb trügen die letzten Aebte von St. Gallen Bedenken, die weibliche Erbfolge anzuerkennen. Aber am 2. Oktober 1705 berief der Fürstabt deu Freiherru und die Ausschüsse der schwäbische« Ritterschaft (Georg Wilhelm Rink v. Baldenstein nnd- Johann 'Lndwig Jgnaz v. Bodman) nach Kißlegg zu eiuer Ver- handlung über die Leheuerbfolge und wegen eines Kapitals von 5200 fl, die der gegenwärtige Inhaber von Kißlegg dem Kloster ') Ein Exemplar 
im Besitze des Herrn Oberlehrers Hingcr. )̂ Also hatte Kißlegg um 1700 mir 36 bürgerliche Wohnungen.
        

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