legenheit bestellt. Sie beriefen sich darauf, daß Freiherr Johann Jakob die väterliche Erbschaft ohne Inventar angetreten habe und den Nutzen davon genieße; die v. Welden'sche Forderung sei eine der ältesten nnd die meisten Schulden erst uach derselben gemacht worden; ihre Sache stehe schon seit 1657 auf der Tagesordnung beim Kurfürsten von Bayern; anch denen v. Blöden habe man während der Dauer der allgemeinen Kreditorenkommission und des Konkurses ihre Forderungen befriediget; Freiherr Johann Jakob halte sich in seinem Besitze mit Rücksicht auf seine mütter- liche Erbschaft aber auch ihre, der v. Melden, Ansprüche beziehen sich auf ihre mütterliche Erbschaft, das Heiratsgut ihrer Mutter, das lüugst hätte liquidiert werden sollen. Dem wnrde von Seiten des Gerichts entgegengehalten: es stehe der Auszahluug ihrer Forderungen die Generalkvmmission entgegen, welche die Güter durch einen eigenen Beamten verwalten lasse. Herr Johann Jakob, wie auch seine Ge- schwisterten nnd die Frau Witwe genießen nichts, als eine auf das Genaueste ausgeworfene Alimentation. Die Erbschaft sei ferner nicht ohne Inventar angetreten worden; daß die Ver- handlung sich etwas verschleppt habe, habe den Gläubigern keinen Schaden bringen können. Uebrigens seien gerade die von Melden die säumigsten Gläubiger gewesen. Am 9. April war iu dieser Angelegenheit eine Tagfahrt nach Kempten anberaumt worden. Es erschienen dort vor der kaiserlichen Subdelegation') der Baron Heinrich Ludwig v. Melden auch namens seines Binders, nud als Beklagter der Freiherr Johann Jakob v. Schellenberg. Nach Anhörung des kaiserlichen Reskriptes vom 3. Jänner brachte der v. Melden seine Forderungen vor. Der v. Schellenberg betonte in seiner Erwiderung, daß er nicht schuld sei au der großen Schuldenlast seiner Familie, daß, wenn die Exekution jetzt vollzogen würde, das ganze Vermögen bei weitem nicht hinreichte, die Schulden zu bezahlen, daß er und die Seinigen nnr eine geringe Pension beziehen. Nachdem alle anderen Gläubiger darin einig seien, daß man die unglückliche Familie nicht um alles, auch um die Stammesherrschaft bringen wolle, erwarte er von seinen eigenen Vettern keine schlechtere >) Joh. Christian Giel v. Gielsberg, Fr. M. Kircher, kempt. Rat nnd Jos. Jenitsch, Syndikus von Memmingen.
        

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