— 80 — dessen Sohn Hans Christophs als rechtmäßige Erben seines Ver- mögens. Nachdem die Töchter unterschiedlich und zwar Anna Maria (die Mutter der beideu Kläger) mit ihrem Gemahl, dem f Johann Dietrich v. Melden, durch Anweisung gewisser unbe- zahlter Heiratsgiiter abgefunden worden sind, hat Hans Chri- stoph (II.) die sämtliche Erbschaft an sich gezogen und bis au sein Lebensende allein genossen. Nur seine beiden ältesten Schwestern Jakoba Elisabeth und Helena hat er befriediget, den anderen Schwestern, darunter auch ihrer (der Klüger) Mutter ihr Heirats- und Erbgut uicht nur uicht entrichtet, sondern überdies die iu der Erbschaft einbegriffene Herrschaft mit einer so großen Schuldenlast beladen, daß er ihnen uach amtlicher Schätzung — ohne die seit 30 Jahren aufgelaufeneu Zinsen — 8012 fl schuldig geworden ist. Dies kam daher, daß er das Heiratsgnt (3000 fl) unbezahlt gelassen hat, nnd daß er noch dazu verschiedene, ihrer Mntter zugefallene Erbschaften — so die vou Pappenhcim und von Grünenberg — wie anch das Ver- mögen der anderu zwei ohne Leibeserben verstorbenen Schwestern Dorothea') nnd Barbara samt dem aus der BnndcSkasse zn München haftenden, ihrer Mntter gehörigen Kapital an sich gezogen, ferner das ihm zur Kriegszeit zur sicheren Aufbewahrung anvertraute Silbergeschmeide verkauft und verbraucht hat. Trotz vieler Bitten konnte ihre Mntter mit ihren noch unverheirateten beideu Schwestern (Barbara nnd Brigitta) ihr Guthaben nicht erhalten. Die Kläger bateu den Kaiser, ihnen seine Hilfe gegen den jetzigen Inhaber der Herrschaft Kißlegg, den Johann Jakob v. Schcllenberg, zuteil werden zu lassen. — Der Kaiser befahl nun seiner ac> boo aufgestellten Kommission, die Parteien z» vernehmen, den v. Schellenberg entweder zur Bezahlung oder zur Auslieferung des Unterpfandes zu verhalten nnd den Erfolg ihrer Jntercession ihm mitzuteilend) Die v. Melden hatten sich anch au die Schnldentilguugs- kommission gewandt nnd eine eigene Kommission sür ihre Auge- ') Dorothea war verheiratet mit Johann Bartholomäus v. Bubcnhofen zu Wiuzingen. Alle ihre Kimder starben vor ihr, so daß ihr Vermögen an die v. Schelleuberg zurückfiel )̂ Das Schreiben ist 
vom Kaiser selbst nnd vom Grasen Wildcrich v. Waldersdorf unterzeichnet.
        

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