— 70 — Wie wir gesehen, schuldete der Freiherr dem Stiste St. Gallen seit 1636 ein Kapital von 2000 fl, für 
das sich sein Schwager Giel v. Gielsberg verbürgte; ebenso schuldete er demselben Stifte seit 1641 5116 sl. Die Zahlungsbedingungen wurden uicht im geringsten eingehalten; es wurde überhaupt weder Kapital uvch Zins bezahlt. Das Stist wandte sich daher i. I. 1650 an das Landgericht in Schwaben und an den österreichischen Erzherzog in Innsbruck um Bewilligung der Exekution. Die Zahl der Gläubiger war groß. Am 24. April 1651 wurde zwischen dem Bürgen (Oberst Giel v. Gielsberg, fürstlich St. Gallischer Vogt aus Rosenberg) und dem Freiherrn einerseits und einem seiner Gläubiger (ein Kaufmann in Bernang) ander- seits ein Vergleich getroffen, wonach die Schuld au Kapital uud Zius 3252 fl betrug, was der Schuldner in drei Jahren abzu- zahlen versprach, widrigenfalls er gepfändet werden dürfe. Ganz aufgegeben muß ihu sein Schwager und Bürge doch nicht haben, denn am 1. Dez. 1651 schloß der Freiherr mit seinem Schwager Bernhard Christoph Giel v. Gielsberg und dessen Gemahlin Bri- gitta folgenden Kontrakt ab: Diese übergeben ihm 30 Milchkühe auf drei Jahre gegen einen jährlichen Zins von 400 fl, 2 jährigen, 3 Zentner schweren Rindern, 3 Mastschweinen, 4 Zentnern ge- sottenen Schmalzes nnd 2 Zentnern Käse. Ebenso soll man 8 Schnmben kostenlos bis in den Herbst ans der Sommerweide laufen lassen und 10 Stiere. In den anderen 2 Jahren sollen 4 Galtstücke in der Sommerweid gehalten werden. (Reg. 964). Die Freifrau Anastasia geb. v. Grandmont stiftete iu das verarmte Frauenkloster zu Kißlegg 100 fl. Nachdem i- I. 1624 dem Hans Christoph die Exspektanz auf die Regalien in der sogen. Baumgartenschen Hälfte von Kißlegg gegen Erlegung von 9000 fl vom Kaiser übertragen und seitdem gegen den Inhaber derselben Herrschaft Prozeß geführt worden war, entschied endlich am 19. Jnli 1653 der Reichshofrat denselben dahin, daß die Exspektanz aufgehoben, die jetzige Inhaberin jener Herrschaft, Frau Susauua Vitztumiu v. Eggstätt in die Regalien eingesetzt uud dem Freiherr»? v. Schellenberg das einbezahlte Laudemium von 9000 fl von der genannten Frau zurückbezahlt werden solle. Der Freiherr 
verglich sich gleichzeitig durch einen Neben-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.