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Vergleich ist zu Sulzberg unterzeichnet worden, wo sich der Freiherr damals aushielt. Auf Audriugen der Gläubiger wegen einer Forderung von 500 fl ließ der Pfalzrat vou St. Galleu im Dezember 1638 viele dem Freiherrn gehörige Mobilien zu Rorschach und Sulz- berg mit Beschlag belegen. Das Stift St. Gallen war i. I. 1636 dem Freiherrn für 4000 fl bei Rudolf Wegelin zu Dießenhvfen Bürge geworden. Dieses Kapital Hütte samt Zins in 5 Jahren wieder abbezahlt werden sollen. Der Freiherr konnte aber nicht einmal den Zins aufbringen, geschweige denn das Kapital abbezahlen. Im Jahre 1641 mußte das Stift — als Bürge — die Zahluug leisteu. Dafür machte sich der Freiherr allerdings verbindlich, die 4000 fl Kapital und die bis dahiu angeschwollenen Zinse und die andern dem Kloster verursachten Kosten, zusammen 1116 fl — in Snmma 5116 fl alle Jahre auf Thomastag mit 255 fl 30 kr zu verzinsen und die ganze Schuld bis auf Thomastag 1647 gewiß abzutragen. Widrigenfalls erhielt das Kloster das Recht, alle von ihm zu Lehen gehende Güter in der Herrschaft Kißlegg und im Notfalle sogar des Freiherrn freies Eigentum in Besitz zu nehmen nnd bis- zur gänzlichen Abzahlung in Besitz zn bleiben. Das Jahr 1647 ging aber vorüber, ohne daß das Kloster befriediget worden wäre — wie wir sehen werden. Hans Christoph verkaufte nun ein Gut. nach dem andern, trotzdem damals die Güter wegen des fort- dauernden Krieges sehr schlecht bezahlt wurden Er verkaufte ein Gut zu Haslach um 250 fl, eine Wiese in Hölleubach um 80 fl, eine andere Wiese bei Kißlegg um 51 fl, 3 Aecker um 95 fl, ein. Gut zu Goppertshausen um 300 fl. Kein Wnnder, wenn der Freiherr es ablehnte, in fremdem Angelegenheiten als Schiedsrichter zn fungieren, da er mit den. eigenen Gläubigern genug zu schlichten hatte. Als i. I. 1646 die Schweden wieder in Süddeutschland vor- drangen, 
beteiligte sich auch unser Freiherr an dem Kampfe gegen sie. Er wurde aber von den Schweden beim Uebergange über die Schanzen bei Bregenz, unter General Wrangel, gefangen genommen. Am 28. November 1646 erhielt er einen Reisepaß, mittelst welchem er unter Begleitung eines schwedischen Trompeters sich zu seinen Kindern nach Bernegg begeben durfte, dann aber
        

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