— 65 - selbst am 7. Oktober 1634 an den König von Ungarn nnd Böhmen, der König habe in Ansehung der Verdienste seines Geschlechtes ihm die großen Baumgarten-Kißleggischen Reichslehen und Regalien verliehen und mit den seinigeu schon anno 1624 wieder vereiniget und ihn damit auf Frau Maria Gräfin v. Hohenems geb. v. Banmgarten begebenden Todfall gegen ein bar erlegtes, mit großen Unkosten ausgebrachtes lauäeminm vou 9660 fl belehnt. Gleichwohl habe die jetzt verstorbene Gräfin nnd der Truchseß Friedrich zu Waldburg, dem sie ihre Base verheiratet und diese auch zugleich zur Erbin eingesetzt hatte, dem aufs äußerste wider- strebt und auch auf Anraten der schwäbischen Ritterschaft, als wäre es gegen ihre Privilegien, erwirkt, daß der Erzherzog Leopold zn Oesterreich ihr das halbe Lehen zusprach und sie die Huldigung der Untertanen entgegen nahm. Sogar am kaiserlichen Hofe erwirkte sie zweimal eine Suspension und eine Separats- kommissiou, die schließlich dem Kurfürsten von Bayern anvertraut wurde. Doch ist die Sache durch kaiserlichen Befehl rückgängig gemacht und Hans Christoph wieder in den Besitz restituierr worden. Nach dem am 22. Nov. 1633 erfolgten Tode der Gräfin ist ihm der Besitz faktisch übergeben worden. Aber der Truchseß läßt die Sache nicht liegen und versucht alle Mittel, um seine Ansprüche durchzusetzen. Um Weiterungen vorzubeugen, wolle er (Hans Christoph) dem König die Sachlage auseinandersetzen und bitte, auch in Rücksicht auf die Wahrung des Rechtes und der kaiserlichen Autorität, die Bemühungen des Truchsessen fruchtlos zu machen. Hans Christoph schrieb auch an den Kurfürsten von Bayern, er habe dem Truchseß seine Herrschaft abkaufen wollen. Dieser habe aber solche Bedingungen gestellt, daß man klar ge- sehen habe, es sei ihm nicht ernst mit dem Verkaufe. Er bat den Knrfürsten um Beistand. Er schrieb auch au die Erzherzogin Klaudia. Er wies auf die Verdienste seines Hauses und besonders seines Vaters Gabriel Dionys um das Haus Oesterreich hin nnd bat um die Verwett- duug beim kaiserl. Hofe. Der Prozeß dauerte aber noch 20 Jahre! Erst im Jahre 1653 wurde er, wie wir sehen werden, entschieden und zwar zu Ungunsten des Herru v. Schellenberg. — Im April 1636 erhielt er von St. Gallen wieder den Lehenbrief. Er habe zwar darin, schrieb er dem Abt, einen Aus-
        

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