— 20 — An die beschriebenen römischen Funde in Triesen nnd in Schaan schließt sich die von LcindeSverweser v. Stellwag im Jahre 1895 entdeckte und bloßgelegte römische Villa in Nendeln an. Eine genaue fachmännische Schilderung dieser Villa und der darin enthaltenen Kleiufuude veröffentlichte Samuel Jenny im Jahre 1900 in deu „Mitteilungen, der K. K. Zentralkommission sür Erforschung und Erhaltung der Knnst- und historischen Denkmale." Knrze Zeit vor seinem Ableben (16. Mai 1901) übermittelte Dr. Jenny unserem historischen Vereine über Ersuchen einen Separatabdruck seiner Studie uud die Cliches zur Ausnahme des Artikels in unser Jahr- buch. Die interessante Arbeit ist dann auch im 111. Jahrbuche des historischen Vereins sür das Fürstentum Liechteusteiu (1903)') im vollen Wortlaute und mit den Abildnngen erschienen. Der bloß- gelegte Ban 
erwies sich als eine römische Villc», ruLt-icici, mit einer Länge uud Breite von 17.20 m X 32.30 in. Die innere mannig- faltige Rainneinteilung und das Vorhandensein von Baderüumlich- keiten lasseu größere Ansprüche au Cvmfort erkennen. Von den Kleinfunden sind zn erwähnen: aus Bronze: Zügelringe, Kummet- beschläge nnd Leitseilhalter; aus Eisen: Vorlegeschlößchen, Messer, Hammer n. s. w.; aus Blei: eine Wasserleitnngsröhre, Bruchstücke von Schüsseln ans Siegelerde; Fragmente von Kochtöpfen aus Lavezstein; aus Ton: ein Anzahl Spinnwirtel, Bodenstücke von Reib schalen nnd ein Fragment eines durchbohrten Röhrchens mit einem erhaben gepreßten blühenden Pflanzenzweig verziert. Das Röhrchen dürfte nach Jennys Ansicht den herabhängenden Schluß- teil von einem Collier gebildet haben. Endlich eine Anzahl römischer Münzen aus dem zweiten und dritten Jahrhundert nach Chr. Die genannten Kleinfnnde wurden von der f. Regierung in die Samm- lung liechtensteinischer Altertümer aufgenommen. Ein Bewohner von Nendeln machte gelegentlich der Aus- grabungen die Aussage, man habe früher eine Säule aus Sand- stein gefunden, welche etwa hvch, ungefähr 40 om im Durch- messer und ganz mit großen Buchstaben bedeckt gewesen sei. Das ließe daraus schließen, daß in der Nähe der Villa ein römischer Meilenstein gestanden hat. Leider ist es den Bemühungendes Landesverwesers v. Stellwag nicht gelungen, den Stein wieder auszubringen. i) S. 18!) ff.
        

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