— 13 Die hiev mitgeteilten Fnnde aus vorgeschichtlicher Zeit berech- tigen zn dein Schlüsse, daß unser Land schon annähernd tausend Jahre vor Christi Geburt besiedelt war. Welches wareu uuu die Bewohner unseres Landes iu diesen alten Zeiten? Mit einiger Sicherheit' 
läßt sich diese Frage beantworten, jedoch nur für die jüngere Brouzezeit und die letzten Jahrhunderte vor der Römer- Herrschaft.') Das heutige Liechtenstein bildete mit Graubünden nnd Vorarlberg uur eineu Teil des alten Nätien, welches vom Alpengelände zwischen Cvmo nnd 
Verona sich bis 
zur schwäbisch- bayerischen Hochebene erstreckte. Einer der meist genannten rätischen Stämme waren die Vennoneter, welche die Gegend vom Bvdensee das Rheintal aufwärts bis Chur bewvhuteu. Ethnogra- phisch bringen die Alten die Nater mit den Etruskcrn in Ver- bindung. Oechsli äußert hierüber/') „Livius läßt vor dem Ein- bruch der Gallier in die Poebene die Macht der Tusken (EtruSter) bis in die Alpen hinein reichen; für die Alpcnvvlker, besonders für die Räter, sei die ctrnskische Herkunft unzweifelhaft, wenn sie auch iu ihren Wohnsitzen verwildert seien nnd von dem alten Erbe nichts als den Klang der Sprache und auch diesen nicht unverdorben be- wahrt hätten." Der geniale Sprach- und Geschichtsforscher Zeuß/) der Begründer der mitteleuropäischen 
Stammesknnde schloß hin- gegen aus den überlieferten Ortsnamen, daß die Räter Kelten gewesen seien, wie die Vindeliker, allerdings mit der 
Einschrän- kung, daß die cnganeischen Völkchen am Südabhang der Alpen wirklich Reste der alten Tnsken seien. Die Alten hätten sich durch diese verleiten lassen, alle Räter von den TuSken avzuleiteu. Der bekaunte Ludwig Stenb trat hingegen in seinen ethnologischen Arbeiten über Rätien entschieden für das Etruskertum der Räter ein. Doch gilt 
heute fast allgemeiu die Auffassung von Zenß als die richtigere. Auch Zösmeier^) hält die Räter der damaligen Zeit in Vorarlberg uud in unserem Lande für Kelten. Er schreibt darüber: „Die Kelten oder Gallier, sprachlich mit Römern nnd ') Äergl. Heierli und Oechsli, Urgeschichte von Granbiinden, S. 49 ss. uud Zösnieier, Zur ältesten vergleichenden Geschichtskunde Tirols und Vor- arlbergs, S. 6 ff. )̂ l. e. S. 54. Zeus;: Die Deutfcheu uud die Nachbarstäinme. S. 228 ff. l. e. S. K. f.
        

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