Brief von Dr. Ludwig Grass an Dr. Karl Schädler in Frankfurt, 1. Februar 1849 auch in einem Brief455 deutlich zum Ausdruck, den Grass an Schädler schrieb, als dieser als Abgeord- neter beim Bundestag in Frankfurt weilte. Es ist gerechtfertigt, diesen Brief hier in extenso folgen zu lassen, ist es doch der einzige, der uns von Grass erhalten geblieben ist. Es ist ein Erzählbrief, der Informationen enthält, ähnlich wie sie wohl bei dem von Grass so vermissten abendlichen Stamm- tischgesprächen ausgetauscht wurden. Der Brief lautet: «Lieber Freund! Wie sehr ich Dich, besonders Abends vermisse, will ich Dir nicht erst vorrechnen. Du weisst, wie miserabel es ist, wenn aller Tauschhandel von Ideen darniederliegt - und die Physikatsgeschäf-te456 
drücken mich auch, wie ein altes Pferd der Sattel. Ein Beinbruch in Balzers mit starker Eite- rung fallt mir besonders unbequem,457 dafür ist Panzer der Weibermörder gestorben . . 
458 Frau Condrion geht es erträglich, es sei ihr eine Schwägerin gestorben die 10 Kinder hinterlassen habe, davon musste sie welche zu sich nehmen. Dass Generalauditor Oehri459 nach Frankfurt kommt, hast Du aus den Zeitungen gesehen, er hat mir noch am 15. v.M. geschrieben und ich kann ihm nun nicht antworten, da ich nicht weiss ob er in Gratz oder in Frankfurt ist. - Er war in Wien und weiss, wie die Hofkanzley die Angelegenheiten unseres Ländchens ansieht. Indes ist Graupa460 gestorben am 19. Jänner. Vielleicht gibt auch die- ses eine Ansichtsänderung in unserem Cabinet. 88
        

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