schenschaften hin. Was dann Ludwig Grass am 25. Mai 1815 in Vaduz zu Protokoll gab, war so abgefasst, dass es niemanden belasten konnte. Die Annahme, Grass habe einer Burschenschaft angehört, wird auch gestützt durch den Aufsatz Moriz Menzingers «Die Menzinger in Liechten- stein»,417 worin er über die Unterhaltungen seines Vaters Michael Menzinger mit Ludwig Grass über ihre Studentenzeit berichtet. Der Vater Christoph Grass hatte mit dem Verlust seines Amtes als Landschaftschirurg die Wohnung im alten «Tschaggaturm» räumen müssen, um seinem Nachfolger Gebhard Schädler Platz zu ma- chen.418 Wir finden die Familie Grass dann im Jahre 1809 im Haus Nr. 17 in Vaduz, dem nördli- chen Teil des Doppelhauses Nr. 16/17 neben der Taverne zum «Adler».419 In den späteren Jahren bewohnt Ludwig Grass den in seinem Besitz befind- lichen, südlichen Teil des Doppelhauses mit der Hausnummer 16.420 Dort hat er auch über 40 Jahre lang seine Praxis ausgeübt.421 Über seine frühe und auch die spätere Tätigkeit als Arzt ist wenig Konkretes bekannt. Die Überliefe- rung besagt aber, dass er ein herausragender Arzt und namentlich ein vorzüglicher Diagnostiker ge- wesen sei. «Aus dem ganzen Lande und aus weiter Umgebung kamen seine Patienten, denn Grass soll in der Erkennung der Krankheiten ein Genie gewe- sen sein».422 Und David Rheinberger widmet ihm in seiner Landeskunde423 einen Abschnitt, in dem es heisst: «Dr. Ludwig Grass . . . war seinerzeit einer der renommiertesten Ärzte in weiter Umgebung und ein edler Menschenfreund ...» David Rhein- 417) Moritz Menzinger, Die Menzinger in Liechtenstein, JbL 13, S. 42. 418) Siehe auch oben S. 36. 419) Seelenbeschreibung der Gemeinde Vaduz vom 25. Mai 1809, Gemeindearchiv Vaduz, Abschrift. 420) Gemeindesteuerbücher, Gemeindearchiv Vaduz. 421) Das Doppelhaus Nr. 16/17 wurde 1970 abgebrochen. 422) Otto Seger, 100 Jahre Realschule Vaduz 1858-1958. 423) David Rheinberger, Landeskunde des Fürstentums Liechten- stein, Innsbruck 1876. 82
        

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