Erfahrung erweitern. Andererseits war die Besol- dung so gut, dass er von zu Hause finanziell unabhängig wurde. Ein Chirurgus major (Regi- mentsarzt) hatte einen Sold von 1600 fl jährlich.64 Auslagen für Quartier und Verpflegung entfielen für einen Soldaten vollständig. Nach zwei Jahren Tätigkeit als Regimentschirurg kehrte er in seine Heimat zurück. Landschaftsarzt Gebhard Schädler (1776-1842). Miniatur um 1800 
PRAXIS IM UNTERLAND Im Jahre 1801 eröffnete er eine Praxis auf Rofen- berg65. Dabei scheint er sich rasch einen guten Ruf als Arzt geschaffen zu haben, denn in einem Bericht des Oberamtes an die Hofkanzlei in Wien ist die Rede vom «Chirurg Schedler, der seine Kunst wohl verstehet und auch im Feld gedienet hat».66 Er war auch eifrigst bestrebt, sein medizinisches Wissen zu vervollkommnen und zu festigen. Davon zeugt der Umstand, dass er sich in den Jahren von seiner Rückkehr aus Holland bis 1804 die stattliche Zahl von etwa 40 Fachbüchern zuleg- te.67 Diese Bibliothek umfasst das gesamte Spek- trum des medizinischen Wissens zur Zeit der Jahrhundertwende. Hervorzustellen sind darunter besonders 27 Bände «Medizinische Bibliothek oder Sammlung der neuesten und besten Werke der Heilkunde», Wien 1798 bis 1803. Es sind darunter so bedeutende Autoren wie z.B. Chr. Wilhelm Hufeland, welcher der Arzt Goethes, Schillers und Herders war. Ein grosser Teil der Bücher ist gezeichnet mit «Ex libris Schädler de Rofenberg».68 Schädler war aber auch Sammler von alten Bü- chern, darunter recht schönen Bänden aus dem 17. und frühen 18. Jahrhundert. Eine Besonderheit ist ein kleinformatiges Buch von Th. Bartholini Am- sterdam 1661, mit dem lateinischen Titel «Spicile- gia bina ex vasis lymphaticis», welches er wohl in Holland erworben hat und auf der Innenseite des vorderen Umschlagdeckels mit folgendem Text ver- sah: «Schaedler, Aide Chirurgien Major du Regi- ment de Salis Marschlins aux Service d.S.M. Le Roi de la grande Bretagne 1799». Schon im Jahre 1802 hatte Schädler einen Vertrag mit der Herrschaft Schellenberg erhalten, wonach er für das Gericht Schellenberg als «unterer Land- schaftsarzt» mit einem Gehalt von jährlich 150 Gul- den bestellt wurde.69 Durch diesen Vertrag wurden ihm folgende Pflichten Überbunden: 1. «Unentgeltliche Abrichtung dreyer Hebammen.» 2. «Bey epidemischen, das ist grassierenden Krank- heiten, auch anderen vorkommenden Fällen ... in unserem 
Gericht vor andern und zwar in möglichst billigen Preisen Hilfe zu leisten ...» 32
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.