DAS GRAPHIKKABINETT NORBERT W. HASLER zählt zu den bedeutendsten Basler Humanisten und ist vor allem als Kosmograph bekannt geworden (1489-1552). Von grosser Seltenheit ist die Kupferstichkarte von 1578 des Antwerpener Geometers, Kupferstechers und Verlegers Gerard de Jode (1509-1591) mit dem Titel «Helvetiae seu suiciae / quae multis Confoede- ratorum Terra dicitur ...» (Abb. 12). Sie führt u.a. aus unserem Gebiet folgende Orte an: Palazoles (Balzers), Vadutz (Vaduz), Scana (Schaan), Benedu- ru (Bendern) und Eschens (Eschen). Ebenfalls recht selten und dementsprechend ge- sucht ist die folgende Kupferstichkarte von Franz Hogenberg: «Helvetiae descriptio Aegidio Tschudo auct», verwendet bei Abraham Ortelius im «Thea- trum orbis Terrarum» (Abb. 13). Sie ist die Nach- zeichnung der Karte des Glarner Geschichtsfor- schers und Staatsmannes Aegidius Tschudi von 1560. Sie nennt aus unserem Gebiet folgende Ort- schaften: Baltzers, Valdutz (Vaduz), Schan, Eschnerberg und Bedern (Bendern). Das Landesmuseum zeigt in seiner Ausstellung überdies die Karte des Bündner Rheintals von C. Danchaertz nach Matthäus Merian von 1642, die «Rhaetia-Karte» von Philipp Cluver nach F. Spre- cher von Berneck, 1635 bei J. Jansonius in Amster- dam erschienen, und die Prättigau-Karte von Con- rad Gyger (1599-1674) aus Merians Theatrum Europeum. Von ganz besonderem Reiz sind zwei kolorierte Kupferstichkarten von Franz Johann Reilly aus Wien (1766-1820) «Das Bisthum Con- stanz, die Grafschaft Montfort oder die Herrschaften Tetnang und Argen, die Grafschaften Hohenembs, Vadutz und Schellenberg mit den Freien Reichsstät- ten Überlingen, Wangen, Lindau und Buchhorn», mit der hübschen Nebenkarte des liechtensteini- schen Gebietes (Abb. 14), und «Die Vorarlbergi- schen Herrschaften oder die Grafschaften Feldkirch oder Montfort/Bregenz, Bludenz und Sonnenberg und die Grafschaft Hohenembs». Besondere Beachtung bei vielen Besuchern des Liechtensteinischen Landesmuseums findet ein 19teiliger Schweizer Reise-Atlas in Kleinformat, wahrscheinlich nach Homanns Erben um 1770 erschienen. Es sind dies auf Leinwand montierte 
Kupferstichkarten nach Tobias Meier, Gabriel Wal- ser, Heinrich Peyer und J. A. B. Rizzi-Zannoni. Kolorierte Kupferstichkarten von Frederik de Wit(t), Amsterdam 1616-1698, von Christoph Hurter (1576/77-1634) und von Nicolas Sanson d'Abbe- ville, Paris 1600-1667, zeigen unser Gebiet im gesamteuropäischen Räume. Das Faksimile der bedeutendsten Karte des Für- stentums Liechtenstein nach dem Original4 des Lindauer Kartographen Johann Jacob Heber von 1721, die «Charte von Schwaben», um 1800 von J. A. von Amman gezeichnet (Abb. 15), sowie die Handzeichnung einer Liechtenstein-Karte «vor dem Jahre 1835» (Abb. 16) bilden den Abschluss des kartographischen Teils dieser Ausstellung. Das Graphikkabinett des Liechtensteinischen Lan- desmuseums hat seit seiner Öffnung schon viele Bewunderer gefunden, zahlreiche Besucher und Kenner der Materie, die sich eingehend mit dem Studium der Exponate auseinandergesetzt haben.1 1) Prof. Dr. Walter Koschatzky, Wien, danke ich bestens für die schriftliche Mitteilung vom 12. Juli 1990. 2) R. Rheinberger, Moriz Menzinger, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Band 82, SS. 144-151. 3) Weitere Nachforschungen haben zwischenzeitlich zu interessanten Teilergebnissen geführt, die jedoch Gegenstand einer eigenen Abhand- lung sein werden. 4) Das Original befindet sich in der Sammlung des Regierenden Fürsten von Liechtenstein, Schloss Vaduz. 5) Diese Arbeit ist in leicht geänderter Fassung erschienen in: Terra Plana, Vierteljahreszeitschrift für Kultur. Geschichte, Tourismus und Wirtschaft. 1989. No. 3, SS. 35-40. 263
        

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