nachdrucken. Das seinerzeit für den Nachdruck beanspruchte Landesdarlehen war schon im Jahre 1980 zur Gänze zurückbezahlt worden. Der Vereinsvorstand beschloss neue Richtlinien für die Archivierung von Vereinspublikationen und legte die Verkaufspreise für frühere Jahrbücher und Sonderdrucke neu fest. Über den Bestand des Verlagsdepots wurde ein neues Inventar angelegt. ARCHÄOLOGISCHE GRABUNGEN UND FORSCHUNG Dieser Aufgabenbereich wurde 1987 provisorisch neu geregelt. Eine endgültige rechtliche und organi- satorische Zuordnung des Tätigkeitsbereichs der Archäologie ist leider noch nicht erfolgt. Das beste- hende Provisorium, das sich immer noch auf eine Trägerschaft des Historischen Vereins stützt, ist mit Unzulänglichkeiten und Risiken behaftet. Vor allem dem Historischen Verein erwächst aus der Träger- schaft eine Verantwortung, die er unter den gegebe- nen Verhältnissen auf Dauer nicht tragen kann und darf. Der Verein hat der Fürstlichen Regierung in dieser Angelegenheit seine Vorstellungen und Lö- sungsvorschläge unterbreitet. Der Staatsbeitrag für archäologische Grabungen und Forschung belief sich 1989 auf Fr. 780000.-. Insgesamt 25 Personen waren 1989 bei der Archäo- logie beschäftigt, grösstenteils in Teilzeitregelung mit einem Arbeitsverhältnis zum Historischen Ver- ein. Nur zwei Mitarbeiter sind von der Regierung befristet angestellt. Die Überwachung der Bautätigkeit bildet eine der Hauptaufgaben der archäologischen Fachkräfte. Im Berichtsjahr wurden 95 Bauvorhaben vor Ort beob- achtet und die Grubenprofile beschrieben. Sondie- rungsbefunde ergaben sich im Garten beim «Amts- haus» in Balzers, bei der Marienkapelle in Triesen und beim Pfarrstall in Bendern. Im Amtshausgarten stiess man auf eine bereits anlässlich der Grabung «Fürstenstrasse» als römisch interpretierte torfähn- liche Schicht in einer Tiefe von ca. 2,5 Metern. Südlich des Chores der Marienkapelle in Triesen wurde im Vorfeld von Sanierungsarbeiten durch 
Bauarbeiter ein Skelett eines ca. 50jährigen Mannes angegraben. Die Bestimmung der beigelegten Mün- zen wird nähere Aufschlüsse über das Beisetzungs- datum geben. Das Grab dürfte erst nach der Erbau- ung des Chores 1653/54 angelegt worden sein. Leider sind bei den Sanierungsarbeiten Teile des romanischen Fugenstrichs an der Südfassade der Kapelle zerstört worden. Im Pfarrstall in Bendern wurden in Zusammenarbeit mit Dr. Georg Malin Ausgrabungen durchgeführt. Die Arbeiten werden im Frühjahr 1990 abgeschlossen werden. Leider wurden auf Kontrollgängen an verschiedenen Fundplätzen erneut Spuren von Raubgrabungen festgestellt. Verstärkte polizeiliche Überwachung blieb bislang ohne Erfolg. Dokumentiert wurden die Fassaden des Hauses Nr. 46 in Triesen und der Kapelle St. Josef in Planken sowie zwei neuzeitliche Kalkgruben in Vaduz. Das technische Labor reinigte, konservierte und restaurierte eine Vielzahl von Metallobjekten und Münzen verschiedener Grabungskampagnen. Über die 1987/88 restaurierten Gegenstände wurden insgesamt 489 Arbeitsprotokolle angelegt. Als Folge des Brandschadens vom September 1988 im Fabrikgebäude in Triesen erwiesen sich ver- schiedene Arbeiten als notwendig: Alle bereits inventarisierten oder in Bearbeitung stehenden Funde mussten gereinigt werden. Alle Diapositive (ca. 10 000 Stück) wurden gewaschen und neu ge- rahmt, sämtliche Negative überprüft und neu abge- legt. Alle Metallfunde mussten neu in säurefreie Behältnisse verpackt werden. Von sämtlichen Feldzeichnungen, Grabungstagebü- chern, dem Bestandbuch des Historischen Vereins und den alten Fundinventaren wurden Mikrofilme erstellt. Die Katalogisierung der Fotodokumentation konnte abgeschlossen werden. Weitergeführt wurde die Katalogisierung der Fundzeichnungen und -objekte, die Anlage von Fundortdossiers und die Datenerfasung mittels EDV. 1990 soll die Archäologie zusammen mit weiteren kulturellen Institutionen in einem eigens für solche Zwecke ausgestatteten Gewerbehaus in Triesen neue Arbeits- und Depoträume erhalten. In diesem 226
        

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