Das Querprofil an der Nordost-Mauer (Abb. 4), vor der in Schnittbreite die Mauer M5 abgetragen worden war, zeigte in einer Tiefe von ca. 25 cm auf einer dünnen Kiesschicht die Fundamentsteinlage, auf der die heutige Nordost-Mauer steht, und darun- ter mehrere Lagen einer Mauer M7, die schon in der Nordecke des Torkelgebäudes angeschnitten wor- den war. Ihr aus kantigen Steinen dichtgefügtes Mauerwerk (ca. 90 cm tief erhalten), das auf einer steinig-erdigen Schicht mit Mrirtelspuren aufliegt, weicht in seiner Führung von der heutigen Nordost- Mauer ab und hat die gleiche Beschaffenheit und Ausrichtung wie der älteste Teil des Roten Hauses. In einer Tiefe von 1,60 m ragte ein Mauervorsprung (M8) ca. 70 cm in den Schnitt hinein, und ab diesem Niveau zeichnete sich dunklere, feinere Erde ab, die mit Mörtelspuren und Knochensplittern durchsetzt war. Der Mauervorsprung ging 35 cm in die Tiefe, und an seiner Unterkante trat eine Lage von grösseren, flachen Steinen hervor, die unter das Mäuerchen M8 hineinzogen. Die dunkle Erdschicht setzte sich darunter noch ca. 15 cm fort und liess an ihrer Unterkante ein Bodenniveau von Kieseln erkennen, das in der absoluten Höhe mit dem Kellerboden- Niveau des Roten Hauses (499.50 m ü.M.) überein- stimmt. Die Befunde - die in der Flucht des Roten Hauses verlaufende Mauer M7, der Mauervorsprung M8, das übereinstimmende Bodenniveau im Kellerbe- reich und die stratigraphischen Beobachtungen - lassen darauf schliessen, dass hier ein zum 1338 erwähnten Wohnhaus gehöriger Vorgängerbau be- standen hat, der spätestens im 15. Jahrhundert abgebrochen und verfüllt worden ist. Da die Sondierung auf eine kleine Fläche be- schränkt war, kann nichts über den Charakter dieses Vergängerbaues gesagt werden. Eine Erwei- terung der Untersuchungen im Bereich des Torkels wäre aus statischen Gründen unmöglich gewesen. 
ABBILDUNGSNACHWEIS Landesarchäologie Abb. 1 und 2: Hansjörg Frommelt Abb. 3 und 4: Myriam Bar- getze und Paul Weiler 196
        

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