Die Kirche war nicht sehr gross, nach Wolfingers eigenen Massangaben4 65 X 27 Schuh, das sind umgerechnet 20,5 m X 8,5 m5. Trotzdem rechneri- sche Vergleiche zeigen, dass im Plan Wolfingers (Abb. 3.4) die Kirche im Verhältnis zu den umlie- genden Bauten zu gross eingezeichnet ist, muss ihr Standort als gesichert betrachtet werden: Die re- konstruierenden Überlegungen, die Wolfingers Zeichnungen und Massangaben und den Verlauf der heute noch bestehenden Friedhofsmauern im We- sten und Süden gleichermassen berücksichtigen, führen zu dem Schluss, dass die Mauern der abgebrannten Kirche weiter östlich liegen dürften, als die angeschnittenen Mauern M1-M3 vermuten Hessen. Es scheint viel wahrscheinlicher, dass das Mauer- werk unter dem vorübergehend angelegten Park- platz zu dieser Kirche gehören könnte. Die Mauern M1-M3 müssten daher von einem anderen Gebäude, vielleicht von einem früheren Kirchenbau an dieser Stelle, stammen: Da anzunehmen ist, dass hier eine der beiden Kirchen stand, die im churrätischen Reichsurbar aus karolingischer Zeit6 für Balzers genannt sind, und die abgebrannte Kirche nach dem von Wolfin- ger überlieferten Grundriss mit polygonalem Chor erst aus dem späteren Mittelalter sein kann, ist sicherlich mit Vorgängerbauten zu rechnen. Genauere archäologische Kenntnisse über den frü- hen Kirchenbau in Balzers wird man jedoch nur durch eine Ausgrabung in diesem geschichtsträchti- gen Gelände gewinnen können. 
DANK Für informative Unterlagen und Gespräche möchte ich dem Alt-Gemeindevorste- her von Balzers, Emanuel Vogt, sehr herzlich danken. 
ABBILDUNGSNACHWEIS Landesarchäologie Abb. 1 und 2 Myriam Bar- getze und Paul Weiler Liechtensteinisches Lan- desmuseum Abb. 3 und 4 4) Am linken Rand des Planes sind die Massangaben der numerierten Gebäude aufgelistet. Ein Vergleich mit umgerechneten Massen an Pfarrhaus und Pfarrstall zeigt, dass die Längenangaben der Gebäude im Gegensatz zu den Grundrisszeichnungen sehr genau stimmen. 5) Vgl. Büchel a.a.O. 6) Möglicherweise ins Jahr der Reichsteilung (843) zu datieren; vgl. G. Schneider - Schnekenburger, Churrätien im Frühmittelalter. Münch- ner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 26 (1980) 7 mit Anm. 2. 192
        

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