Abraham (Neuburg) urkundlich bezeugt.4" Ebenfalls 1649 erscheint Moses (Bernheim) als Anwalt der Juden;49 er vertrat die Gemeinde in einem Prozess und darf daher wohl als Gemeindevorsteher (in Hohenems «Judenammann» genannt) angespro- chen werden. 1646 ist bei einem Abkommen, das die Gemeinden am Eschnerberg und Hohenems schliessen, «ain Jud ab Eschnerberg» beteiligt,:>0 der die Gemeinde vertritt. Auch hier dürfte es sich um den Gemeindevorsteher handeln. Aron Tänzer nennt eine zur Zeit verschollene hebräische Urkunde, nach der unter dem Vorsitz des Rabbiners Abraham ein Ehescheidungsprozess des Eschnerberger Juden Nataniel abgehandelt wird.11 Solche Ehegerichte, zu denen auch noch auswärtige Rabbiner zusätzlich gebeten wurden, waren eine rein jüdische Angelegenheit; christliche Gerichte blieben unbeteiligt. Ob die Gemeinde am Eschnerberg über ein eigenes Gemeindesiegel verfügte, ist unbekannt, bisher konnte ein solches nicht gefunden werden. 
DIE SYNAGOGE Der Bedarf für eine Synagoge am Eschnerberg war gegeben. In Hohenems ist die Existenz einer Syna- goge für das Jahr 1642 bezeugt, 
52 am Eschnerberg fehlt vorerst ein urkundlicher Nachweis. Die Syna- goge diente nicht nur als Kultraum, sondern auch als der Ort für politische Versammlungen, vielleicht auch als Schule. Als eigenständiger Sakralbau wird die Synagoge in Hohenems erst 1772 errichtet.'3 Zuvor existierte sie wohl nur in Form eines grösse- ren Raums in einem Privathaus.'4 Ähnliche Verhält- nisse dürften auch am Eschnerberg geherrscht haben. Vermutlich war die Synagoge im Haus des Rabbiners Abraham (Neuburg) untergebracht, der nach dem Schuldenverzeichnis der weitaus vermö- gendste Jude am Eschnerberg gewesen ist. Wenn es gelingt, sein Haus zu identifizieren, wäre ein An- haltspunkt für den Standort der Synagoge gegeben; dieser Standort ist wohl in den Judengassen von Eschen oder Mauren zu suchen. Planskizze der 1856 abge- brannten Häuser Nr. 10 und Nr. 11 in Popers (Mau- ren), Standort der Synago- ge im 17. Jh. 162
        

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