DIE JÜDISCHE GEMEINDE AM ESCHNERBERG KARL HEINZ BURMEISTER 6. Mayerlin Moos, später Schutzjude in Hohenems, wohnt 1638 in Götzis.26 7. Abraham Neuburg wohnt 1636 
bei Abraham Buchau in Gaissau, gegen den er Klage führt.27 8. Der 
Jude Salomon («Spiri») bewohnt das Schloss Fussach und soll von dort ausgewiesen werden (1640).28 9. Der 
Jude Wolf wird 1640 aus Rankweil ausge- wiesen.29 10. Joseph Henle und Consorten wohnen 1640 noch in Feldkirch;3" vielleicht ist Joseph Henle mit dem 1638 genannten Joseph identisch (vgl. oben Ziff.l). Auch in der Reichsherrschaft Blumenegg Hessen sich in dieser Zeit einzelne Juden nieder. Seit 1638 lässt sich der später so genannte Abraham von Blumenegg in der dem Kloster Weingarten zugehö- rigen Herrschaft nieder, wo er anscheinend noch 1644 tätig ist." Die Wahl war vielleicht nicht ganz zufällig auf Vorarlberg und hier auf die Herrschaft Feldkirch gefallen. Denn in der Herrschaft Bregenz bestand seit 1559 ein kaiserliches Niederlassungsverbot für Juden.32 Zum anderen hatte sich seit 1617 der Graf von Hohenems um die Ansiedlung von Juden in seinem Residenzort Hohenems bemüht und dabei vor allem Juden aus der Markgrafschaft Burgau erwartet." Vielleicht rechneten die Juden damit, in Hohenems Zuflucht zu finden. Die Einwanderung der Juden in die Herrschaft Feldkirch wurde auch dadurch gefördert, dass sich die Rheinecker Juden nach neuen Wohnplätzen umsehen mussten. Denn die eidgenössische Tagsat- zung beriet seit 1633 über die Ausweisung der Juden. «Da Rheineck durch eine grosse Anzahl Juden belästigt ist, sollen die Orte auf die Jahrrech- nung zu Baden ihre Gesandten instruieren, wie demselben diese Last abgenommen werden könn- te.»34 Auch mit den Rheinecker Juden hatte der Graf von Hohenems bereits 1617 verhandelt,3 ' sich in Hohen- ems niederzulassen. Graf Kaspar von Hohenems 
galt als Freund der Juden. Da er zudem österreichi- scher Vogt in der Herrschaft Feldkirch war, konnten hier die Juden eher damit rechnen, dass sie gedul- det wurden. Die Niederlassung der Juden in der Herrschaft Feldkirch war von der städtischen Bürgerschaft 11) Ebenda, Fol. 46'. 12) Vorarlberger Landesarchiv, Hds. u. Cod., Reichsgrafschaft Hohen- ems 345, Fol. 117'. 13) Ebenda, Fol. 117'. 14) Ebenda, Fol. 117*. 15) Landesarchiv Vaduz, AS 1/1 (= Verhörtagsprotokoll Vaduz- Schellenberg 1648-1664), Fol. 12". 16) Ebenda, Fol. 12*. 17) Ebenda, Fol. 23'. 18) Dokumente zur Geschichte der Juden in Vorarlberg vom 17. bis 19. Jahrhundert, bearb. von Karl Heinz Burmeister und Alois Nieder- stätter (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs, 9). Dornbirn 1988, S. 46. 19) Ebenda, S. 23. 20) Ebenda, S. 23 f. 21) Ebenda, S. 24. 22) Tiroler Landesarchiv, Buch Walgau Bd. 13, Fol. 514". 23) Ebenda, Fol. 526' f. 24) Ebenda, Fol. 253* f. 25) Ebenda, Fol. 522' f. 26) Vorarlberger Landesarchiv, Hds. u. Cod., Reichsgrafschaft Hohen- ems 364, S. 160. 27) Tiroler Landesarchiv, Buch Walgau Bd. 13, Fol. 248", 253', 255' f. 28) Dokumente (wie Anm. 18), S. 28. 29) Vorarlberger Landesarchiv, Vogteiarchiv Feldkirch, Sch. 28, S. 3. 30) Tiroler Landesarchiv, Buch Walgau, Bd. 14, Fol. 55". 31) Vorarlberger Landesarchiv, Hds. u. Cod., Reichsgrafschaft Blu- menegg 6, Fol. 20' (1638 Januar 18), 21'f. (1638 Januar 18), 104' (1640 Juli 3), 106'(1640 August 6), 116v(1641 April 9), 123' (1641 Juli 1), 127' (1641 August 4); Hds. u. Cod., Reichsgrafschaft Hohenems 345. Fol. 88' (1644 April 8). 32) Alois Niederstätter, Quellen zur Geschichte der Stadt Bregenz 1330-1663. Wien 1985, S. 107 ff. 33) Tänzer (wie Anm. 4), S. 18 ff. 34) Vgl. dazu Gebhard Niederer, Entstehung und Geschichte der Gemeinde Rheineck, Bd. 1, Rheineck 1975, S. 475-479. 35) Tänzer (wie Anm. 4), S. 15. 159
        

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