Rede von 
der «in der herrschafft Schellenberg, auch anderer vmligenden orthen . . . sich befinndenden Judenschafft.»'1 DER NAME Diese Gemeinde am Eschnerberg ist in der Folgezeit unter anderem bezeugt am 28. November 1646: «den allhie zue Embs und am Eschnerberg befundenen und wohnenden Hebreern»;vl «besagte Judenschaft am Eschnerberg»1'- «die samentliche Judenschaft zum Eschnerberg»". Weiters ist die Gemeinde bezeugt am 5. August 1649 unter den Namen «Juden am Eschnerberg»1' und «Gemaine Judenschaft»"'. Und zuletzt ist von ihr die Rede, und jetzt allerdings bereits in der Vergangenheitsform, am 19. Juli 1650, wo es 
heisst: «gemeine Juden- schaft, so am Eschnerberg et lieh jar gewesen.»1' Bestätigt wird die vollzogene Auflösung der Ge- meinde am 13. März 1651, an dem der Jude Moises, «vor deme wohnhaft am Eschnerberg in der herr- schaft Schellenberg, dermal aber an kainem ge- wüßen ort seßhaft»,™ als Zeuge vernommen wird. Aus allen diesen Zeugnissen bleibt der folgende Tatbestand abzuleiten: In der Zeit von 1639 bis 1650 lebten am Eschnerberg und seiner näheren Umgebung Juden. Diese wurden aus der Herrschaft Feldkirch ausgewiesen, fanden aber durch Graf Kaspar von Hohenems Aufnahme in die Herrschaft Schellenberg. Diese Juden bildeten wie die Be- zeichnung «samentliche Judenschaft» und «gemei- ne Judenschaft» nahelegen, eine Gemeinde, deren wesentliche Elemente hier im folgenden nachge- wiesen werden sollen. DIE ANFÄNGE DER GEMEINDE Die Gemeindebildung am Eschnerberg steht in einem engen Zusammenhang mit dem 30jährigen Krieg sowie mit restriktiven Maßnahmen gegen die Juden in Österreich und in der Schweiz. In dieser Situation blieben nur die reichsfreien Territorien 
wie die Grafschaft Hohenems, die Herrschaft Schel- lenberg oder die Reichsherrschaft Blumenegg übrig, den nirgends geduldeten Juden eine Unterkunft zu gewähren. Zu Beginn der 1630er Jahre trafen die Kriegser- eignisse vor allem Süddeutschland (der sogenannte «schwedische Krieg»), so dass sich ein Strom jüdischer Flüchtlinge in Bewegung setzte. Öster- reichische Schutzjuden im besonders heimgesuch- ten Donauraum mussten die Erfahrung machen, dass ihr Leben und Gut nicht mehr ausreichend geschützt wurde. Da sie jedoch Jahr für Jahr an den österreichischen Landesfürsten Schutzgeld gezahlt hatten, beanspruchten sie das Recht, sich in ande- ren österreichischen Territorien niederzulassen, die vom Krieg verschont geblieben waren. Und so Hessen sich um 1636 zahlreiche Juden in der Herrschaft Feldkirch nieder. Die dort zuständige Erzherzogin Claudia gab nachträglich ihre Zustim- mung zu der Niederlassung,1'' die von der Bevölke- rung von Anfang an heftig bekämpft wurde. Im Einzelnen lassen sich in der Herrschaft Feld- kirch seit 1636 folgende Juden nachweisen: 1. Solomon Dodraß und vier andere Juden, wohl identisch 
mit Salomon, Joseph, Meyer und David, alle aus der Landvogtei Schaben. Sie wurden 1638 wieder ausgewiesen, weil die Kriegsgefahr in ihrer Heimat nachgelassen hatte.20 Das Gesuch der Juden, ihre Ausweisung zu verschieben, bis sie ihre Schul- den eingetrieben hätten, wurde am 28. August 1638 abgeschlagen.21 2. Jüdlin Jud aus Ichenhausen prozessiert gegen seinen 
Sohn, Salomon (1637).22 3. Moses von Pfersee (vielleicht identisch mit Moses, Sohn des Jakob, von Pfersee) wird durch ein Privileg vom Leibzoll befreit (1637).2:1 4. Samson Jud von Thannhausen klagt gegen Ul- rich Moser d.J. in Mäder, weil er seine Fahrnis heimlich verkauft habe (1636)24. 5. Samuel Jud zu Tisis («Tisens») klagt wegen deponierten Silbers (1637)2'. 158
        

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