Teilbeitrag geliefert. Die Tatsache ferner, dass Kai- ser 1852 durch den kantonalen Erziehungsrat er- sucht wurde, ein Geschichtslehrmittel für die refor- mierten Volksschulen auszuarbeiten, zeigt besser als alles andere, wie gefragt eine Person des Ausgleichs in jener spannungsgeladenen Epoche war. Peter Kaiser war nicht nur ein Mann der Mitte, er stand auch sozusagen an der Grenze. So konnte er sich nicht ganz als Liechtensteiner, mit dessen Land und Volk ihn eine grosse Heimatliebe verband, und nicht ganz als Bündner fühlen, wo er seine Haupt- wirkungsstätte gefunden hatte. Zwar schenkten ihm die Gemeinde Vignogn und der Kanton Graubünden das Bürgerrecht. Doch im Historisch-biographi- schen Lexikon der Schweiz fand er keine Aufnahme und Würdigung. Diese Unterlassung wird nun zwei- fellos bei der Neuausgabe sowohl eines schweizeri- schen als auch eines liechtensteinischen histori- schen Lexikons nachgeholt werden. Den Schluss dieser Betrachtung soll ein Motto von Peter Kaiser bilden, genau genommen ein Bibelvers aus Prediger 7,11, das er seinen «Graubündner Geschichten» für die reformierten Volksschulen vorangestellt hatte.31 Die Wahl ist nicht untypisch für Kaisers Grundstimmung. Sie zeugt von der Versöhnung mit dem eigenen Schicksal, das einem auch widrige Winde ins Gesicht blies, von der Abgeklärtheit eines weisen Menschen und von der Einsicht, der Realität des Alltags ins Auge zu schauen und nicht Trugbildern der Vergangenheit nachzujagen. Der Vers lautet: «Was ist es, dass die vorigen Tage besser waren als diese? Denn du fragst solches nicht weislich.» 31) Graubündner Geschichten. Chur 1852, Einleitung 150
        

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