Heinrich I. URK. 1233-1265/66 Am Anfang des 19. Jahrhunderts galt das Fürsten- haus Liechtenstein als Inbegriff des Reichtums, aber auch der Kleinstaaterei (Liechtenstein war weit und breit als kleinstes Fürstentum im Deutschen Bund bekannt). Vielleicht auf diese Verhältnisse spielt eine etwas merkwürdige Stelle in Heinrich Heines Harz- reise (1824 entstanden, 1826 veröffentlicht) an.'5 Der Ich-Erzähler verbringt eine Nacht im Brocken- haus im Harz, wo die anderen Gäste meist Studen- ten sind: Die Gesellschaft bestand meist aus Hallensern, und Halle wurde daher Hauptgegenstand der Unterhal- tung. [...] Dann erzählte man, dass die letzte Cour bei dem König von Zypern sehr glänzend gewesen sei, dass er einen natürlichen Sohn erwählt, dass er sich eine lichtensteinische Prinzessin ans linke Bein antrauen lassen, dass er die Staatsmätresse abge- dankt, und dass das ganze gerührte Ministerium vorschriftsmässig geweint habe."' Der Zusammenhang mutet teils wie politische Sati- re, teils wie studentischer Unsinn an.17 Könnte es sich vielleicht ebenfalls um eine leise Anspielung auf die zahlreichen Töchter des Fürsten Johann I. und seines unlängst verstorbenen Vetters Moritz han- deln? 
MIT ANMERKUNGEN V ON THEODOR VON KARAJAN !I EU AUSGEGEBEN kAHL LACHMANN 8? ' i BERLIN 1841. VERLAG DER SA IS DERSCHEN BUCHHANDLUNG CG. fc. ufihes) J AKADEMISCHE BUCHDRÜCKE BEI. Heinrich, L, ein Stammvater des Fürstenhauses Liechtenstein'11, wurde sogar zu seinen Lebzeiten in die schöne Literatur aufgenommen. Dies geschah beim Vrouwen dienest («Frauendienst») des Ulrich von Liechtenstein (1255; siehe im folgenden unter «Ulrich I.»). Dieses epische Werk wird allgemein als Gemisch von Autobiographie und Phantasie angese- hen, aber auch das im autobiographischen Stil Er- zählte hat sich im grossen und ganzen als fiktiv herausgestellt, und daher bezeichnen viele Germa- nisten das Werk als Roman. Der zweite Teil der Erzählung beschreibt eine von Ulrich unternomme- 88
        

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