RECHENSCHAFTSBERICHT DES LANDESVERWESERS CARL VON IN DER MAUR bauten, bei deren Leitung sich der fürstliche Landes- techniker seit drei Dezennien unverkennbar ver- dient gemacht hat. Die geäußerten günstigen An- sichten fanden auch thatsächlich bei dem 1890er Hochwasser ihre Bestätigung. Der in den Jahren 1884-1890 vom Landtage be- willigte Aufwand zu Rheinbauzwecken betrug 126 000 fl. Durch diese Bewilligungen ist der so sehr erwünschte relative Ausbau der Hochwuhre ermög- licht worden. Welche Summen von 1855 bis einschließlich 1889 für Rheinbauzwecke verwendet wurden, zeigt nach- stehende Tabelle: Die Summe wurde Summe in Gulden eingebracht durch während 34 Jahren im Durchschnitt im Ganzen jedes Jahr a) das Land 
470 314 13 832 b) die 7 Rhein- gemeinden 
912 583 26840 Summe (a + b) 
1383897 40672 Die Rheingemeinden waren zu Zeiten nicht im Stan- de, die erforderlichen Beträge durch Steuerumlage zu decken, sondern mußten Sparkassadarlehen auf- nehmen, deren Verzinsung später die Landeskasse übernahm. Der nicht abbezahlte Rest dieser Darlehen betrug Ende 1889 nur mehr 34 712A; hiezu kamen 1890 noch 9810 fl. Nachdem die Rheinbauten nunmehr relativ vollendet sind, so wird der jährliche Aufwand für Instandhaltung derselben und kleinere Ausbes- serungen etwa 4000-6000 fl betragen. Der Entwurf eines den geänderten Verhältnissen angepaßten Rheinbaugesetzes 
wird Huerer Durchlaucht dem- nächst unterbreitet werden. Bei dem gegenwärtigen Anlaße kann auch die in die Bevölkerung hineingetragene Frage übermäßigen Steuerdruckes kurz berührt werden. Die Umlagen in den Rheingemeinden waren thatsächlich hoch, so lange der Ausbau der Wuhre nicht vollendet war; in Folge Ausfalles der jährlichen größeren Rheinausla- gen (wie oben erwähnt bei den Rheingemeinden 
durchschnittlich 26 840fl = 7 VI» kr auf den Steuer- gulden) wird in Zukunft auch den Klagen über hohe Besteuerung der Boden entzogen, denn es werden sich die Umlagen selbst in jenen Rheingemeinden, welche in Folge der Wuhrbauten noch gegenwärtig bis zu 12 kr auf den Steuergulden umlegen mußten, auf 3-5 kr für den Steuergulden reduziren. Bei Be- urteilung des Rheinbauaufwandes ist übrigens in Betracht zu ziehen, dass die verbauten Summen fast sämmtlich in den Gemeinden blieben und dort um- gesetzt wurden, indem sich die Mehrzahl der Bürger an den Rheinbauarbeiten betheiligten, wodurch die Lasten leichter getragen wurden. e) STRASSEN UND COMMUNICATIONEN Mein Amtsvorgänger hat für die Anlage eines weit- verzweigten landschaftlichen Straßennetzes gesorgt und handelte es sich daher vorzugsweise um gute Instandhaltung des Geschaffenen. Nichtsdestoweni- ger wurden einige neue Verbindungswege herge- stellt, so 
von Triesen nach Triesenberg, von Hschen nach Schellenberg über die sogenannte Platte, von Schellenberg nach Altenstadt u. dgl. Eine größere Straßencorrektion mußte in Angriff genommen wer- den 
zwischen Triesen und Balzers, weil dort die Straße fortwährend von Rüfen verschüttet wurde und zur Regenszeit jedesmal unpassirbar wurde, so dass die Post von und 
nach Balzers den Weg über die Schweiz nehmen mußte. In Absicht auf die Con- servierung der Straßen wurde eine genaue, auch im Landesgesetzblatte verlautbarte Instruktion für die landschaftlichen Wegmacher erlassen, um der ein- gerissenen Gleichgültigkeit dieser Organe zu steuern, eine eingehendere Controle der Arbeiten anzubahnen und in straßenpolizeilicher Beziehung mehr Ordnung zu schaffen. Nebstdem wurde veranlaßt, dass an entsprechen- den Orten eine genügende Anzahl der bisher man- gelnden Wegweiser aufgestellt werde und dass die vielfach boshafter Weise beschädigten Kilometer- steine durch neue ersetzt werden. Einen wunden Punkt der Administration bilden — nicht nur in Liechtenstein — die Dorfwege. 77
        

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