Verhältnisse gegenwärtig nun schon einmal liegen, eine Lebensfrage für Liechtenstein und es könnte ohne denselben an eine geregelte Administration kaum gedacht werden. In der staatlichen Verwaltung befindet sich auch die liechtensteinische Spar- und Leihkasse, welche demnächst in ihren 30. Jahrgang tritt und sich aus winzigen Anfängen zu einem für die hiesigen Ver- hältnisse recht bedeutenden und höchst ersprießlich wirkenden Institute entwickelt hat. Über die Gebahrungsergebnisse während der Perio- de 1884-1889 bieten folgende Tabellen ein über- sichtliches Bild: Verrechnungs-Gulden 
nach der Rechnung für Vermehrung in titel das Jahr Gulden während der Periode 1884 1889 1884-1889 Einnahmen 623 201 830012 Ausgaben 193 830 245 442 Guthaben der Einleger 429 371 
584 570 155199 Reservefond 38 021 79165 41144 Gesammtvermögen 467 392 663 735 196343 PARTEIENVERKEHR BEI DER SPARCASSA Jahrgang Einlegende Parteien 
Eingelegte Summe in fl 
Behebende Parteien 
Behobene Summe in Gulden 1884 405 64601 174 45 261 1889 
380 88 795 269 116640 Die Verzinsung der Einlagen geschieht mit vier und die Hinausgabe von Darlehen gegen fünf vom Hun- dert. Der Darlehenszinsfuß der Sparkasse ist sonach al- lerdings ziemlich hoch, indeßen würde eine Redu- zierung desselben zur Folge haben, dass die durch- gehends auf 5 % lautenden zu Gunsten der öffentli- chen Fonde bestehenden Schuldbriefe bei der gebo- tenen Gelegenheit billigeres Geld zu erhalten, sämmtlich gekündigt würden und dass sohin die Einkünfte aller öffentlicher Fonde, welche schon durch die Välutaentwerthung stark in Mitleiden-schaft 
gezogen wurden, um 20% sinken würden, was vom Standpunkte der öffentlichen Verwaltung solange als möglich hintanzuhalten wäre. Nach den Wünschen des Landtages und der Bevöl- kerung sollen die gegenwärtig geltenden Sparkas- sastatuten in einigen Punkten abgeändert werden. Diesen Wünschen wird, soweit sie gerechtfertigt er- scheinen, zunächst durch eine Vorlage 
an Euere Durchlaucht entsprochen werden. Zu den hier zu besprechenden Fonden, welche sich in der Verwaltung des Landes befinden, gehört auch der erst 1889 ins Leben getretene «Pensionsfond für die Staatsangestellten» (Beamte und Diener). Der Fond weist in seiner ersten Rechnung für 1889 auf an Einnahmen 438 fl Ausgaben 200 fl Vermögensstand 238 fl Es ist zweifellos, dass sich der Fond im Laufe von Dezennien, wie es bei den übrigen hierländigen Fonden der Fall war, zu einer solchen Höhe empor- heben werde, dass er seiner Intention, das Land von der auf ihm ruhenden Pensionslast zu befreien, voll- ständig zu entsprechen im Stande sein wird; die Schaffung des Fondes hat ihren Zweck schon heute insoferne erfüllt, als hiedurch den peinlichen und erbitternden Controversen ein für alle mal ein Ziel gesetzt wurde, welche sich bis dorthin - bei der nicht zu bannenden Mißgunst der Liechtensteiner gegen alle Angestellten - stets an die Behandlung der Pensionsangelegenheiten im Landtage knüpfen. Die Kassageschäfte des Landes haben im Ganzen eine solche Ausdehnung genommen, dass sie von dem gleichzeitig auch für die betreffenden rentamt- lichen Geschäfte bestellten, übrigens sehr tüchtigen Cassabeamten8, welchem in Folge seiner langjähri- gen hierortigen Dienstleistung eine ausgebreitete Personal- und Localkenntniß zu Statten kommt, kaum mehr bewältigt werden können und dass über kurz oder lang an die Landesvertretung die Frage herantreten wird, ob die Verantwortlichkeit für die aufrechte Führung dieser Geschäfte weiter über- nommen werden kann, wenn nicht eine weitere Aushilfe zugestanden wird. 58
        

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