LIKCHTRNSTRIN IM JAHRR 1938 PRTRR GRIGRR FLÜCHTLINGE Auf einer ganz anderen Ebene wurde Liechtenstein 1938 bereits mit dem Elend des Dritten Reiches konfrontiert: In Grossdeutschland Verfolgte flohen besonders seit dem österreichischen Anschluss. In diesem Jahr steigerte das Regime die 1933 begonne- ne Verdrängung der Juden bis hin zum Pogrom der «Reichskristallnacht» am 9. November. Die übrigen Länder verschlossen sich zusehends dem Emigran- tenstrom. In verzweifelten Briefen baten viele Juden die liech- tensteinische Regierung teils um Einbürgerung, teils um längeren Aufenthalt oder wenigstens Transitauf- enthalt.154 Die Regierung Hess indessen nach dem Einmarsch in Österreich vorerst keine Einbürgerun- gen mehr zu.155 Aufenthalt wurde gelegentlich, aber nur ausnahmsweise und nur noch gegen hohe Bar- kaution von vorerst 20 000 Franken gewährt.15'' Die Regierung begründete ihre bedauernden Absagen mit der «drohenden Überfremdung»157, darin von der Bevölkerung weitgehend unterstützt. Der Land- tag erhöhte am 4. August einstimmig die Kaution auf 50 000 Franken.,5K In einzelnen Fällen erteilte die Regierung 1938 doch Aufenthalte, etwa wo eine Auswanderungszusage Bedingung für die Entlassung aus KZ-Haft war.15" Ohne Kaution gab es aber für jüdische oder staaten- lose Flüchtlinge keine legale Einreisemöglichkeit, man fürchtete, sie würden mittellos dem Lande zur Last fallen. Juden, die schon im Lande waren, be- liess man hier. Von ihnen versuchten jene, die eine Möglichkeit fanden, nach Übersee weiterzukom- men. Knapp zwei Wochen nach der «Reichskristall- nacht» zählte man am 21. November gut 120 jüdi- sche Ausländer im Lande.1"" Darauf sistierte die Re- gierung am 1. Dezember 1938 alle «Juden-Einrei- sen»1"1, dies auch als Reaktion auf eine zunehmende antijüdische Radikalisierung im Lande. Flüchtlinge ohne Mittel und Visum suchten über die grüne Grenze schwarz den Weg durch Liechten- stein. Allein oder in kleinen Gruppen querten sie nachts die Grenze, angewiesen etwa im «Ochsen» in Feldkirch. Von Liechtensteinern wurden sie in Rug-141) 
LLARF 179/241. - Rechenschaftsbericht 1938. S. 116 ff. 142) Dr. Hoops Kontakte nach Berlin liefen vor allem über den ihm befreundeten Hermann Sieger. Briefmarkenhändler in LorchAVürt- temberg. Stellvertretender Kreisleiter der NSDAP, Gründer und Kura- tor des liechtensteinischen Briefmarkenmuseums in Vaduz; z. B. Sie- ger an Hoop. 26. November 1938, LLA RF 190/344. - Dr. Vogt hielt u.a. Kontakt mit der Volksdeutschen Mittelstelle in Berlin. I.I.A Dok. 115/117 419 ff., und ebenso mit Personen im SD in Stuttgart sowie in der Abwehr in München. - LLA RF 230/478. - Vgl. Carl, 436 ff., und Krebs, 556 ff., siehe oben Anm. 2. 143) Deutscher Generalkonsul Voigt, Zürich, an Auswärtiges Amt, 16. März 1938, LLA Dok. 1204/331 733. 144) LLARF 179/332. 145) In der zweiten Augusthälfte 1938, LLA RF 182/356. 146) LLARF 179/388. 147) Vom 1. bis22. Mai 1938. LLARF 179/254. 148) L.Va.. 18. Mai 1938.-L.Vo., 17. und 19. Mai 1938. 149) LLARF 180/356. 150) LLA RF 182/106. - Zu Franz I. siehe Josef Hoop, «Fürst Franz [. von und zu Liechtenstein», in: JBL 1938, S. 3-21. 151) LLA RF 182/106. - Die feierliche «Erbhuldigung» folgte erst am Pfingstmontag des nächsten Jahres, am 29. Mai 1939. 152) Fürst F'ranz Josef sandte Hitler ein Glückwunschtelegramm zu dessen Tat «im Interesse des Friedens», 1. Oktober 1938, LLARF 183/239. 153) LLARF 190/344. 154) Z.B. LLA RF 182/274,182/437. 155) Dies wurde in Bern am 16. März 1938 mitgeteilt, siehe oben Anm. 63. 156) Liechtensteinische Regierung an Paul Maschler, 14. April 1938, LLA RF 179/379. 157) Liechtensteinische Regierung an Rosa Creaz.zo-I.ampl, 12. Juli 1938. LLARF 181/371. 158) LLARF 182/199. 159) LLARF 182/418. 160) Das ergibt die Analyse der Angaben aller am 21. November 1938 von der Regierung erfassten Ausländer im Lande. 
LI A RF 184/ 132. 161) LLA AS Prot, der Regierungssitzung vom 1. Dezember 1938. •>>\
        

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