schiedener Anläufe dauerte es mit allen Verzögerun- gen - unter anderem Krankheit des Fürsten"2 - fast ein Jahr, bis der Besuch des neuen Fürsten dann Anfang März 1939 zustande kam. Für die deutsche Reichsregierung war Liechtenstein 1938 «quantite negligeable» und sie wollte es nicht aufwerten. Das zeigte auch die abweisende deutsche Reaktion ge- genüber liechtensteinischen Erwägungen, neben einer in Bern wieder zu eröffnenden Gesandtschaft auch eine solche in Berlin einzurichten.113 Beides unterblieb. Pfr. Anton Frommelt, Dr. med. Otto Schaedler, Landtagspräsident Landtags-Vizepräsident 1928-1945, Regierungs- 1936-1945, Oppositions- chef-Stellvertreter bis zum führer, Parteiobmann der März 1938, in der Koali- Vaterländischen Union tionsregierung vollamtli- 1936-1965. Foto anläss- cher Regierungsrat bis lieh der Fürstenhuldigung 1945. Foto anlässlich der 1939 Fürstenhuldigung 1939 
GRÜNDUNG DER «VOLKSDEUTSCHEN BEWEGUNG IN LIECHTENSTEIN» Der Parteienfrieden Hess den nationalsozialistisch gesinnten Liechtensteinern die Felle davon schwim- men. 32 von ihnen gründeten am Abend des 31. März 1938, einen Tag nach der Regierungsum- bildung, in Vaduz in einem Privathaus ohne Aufse- hen die «Volksdeutsche Bewegung in Liechten- stein», sie bestellten alsbald einen «Landesleiter», je einen «Kreisleiter» für Oberland und Unterland so- wie «Ortsgruppenleiter» für einzelne Gemeinden. Sie wollten vorerst still Getreue sammeln."4 Damit war bereits entstanden, was Regierungschef Hoop fürchtete: eine Anschlussbewegung. ÜBEBSICHT ÜBEB DIE LIECHTENSTEINISCHE MÄBZKBISE 1938 In den drei Wochen vom 11. bis 31. März 1938, die wir für Liechtenstein als Märzkrise bezeichnen dür- fen, spielten sich die Ereignisse in einer solchen Dichte und Gleichzeitigkeit ab, dass eine chronologi- sche Übersicht hilfreich ist (siehe Darstellung). Die liechtensteinische Märzkrise war bestanden. Liechtenstein war verändert. Und es war vorläufig stabilisiert. Folgen wir knapper und thematisch eini- gen weiteren Auswirkungen und Entwicklungen im Laufe des Jahres 1938. 112) Interview, siehe oben Anm. 110. 113) LLARF 180/131.-LLADok. 1204/331 763 f. und 115/117 395. 114) «Lagebericht aus Liechtenstein». 3. April 1938. von der Volks- deutschen Mittelstelle (Stier) am 7. April 1938 dem Auswärtigen Amt zugeleitet; LLA Dok. 1204/331 754 f.-Als erster Leiter der Volks- deutschen Bewegung fungierte provisorisch Rudolf Schädler (geb. 1900). Komponist und Hotelier auf Gaflei, danach war Landesleiter ab Herbst 1938 Ing. Theodor Schädler (1896-1975), Technischer Be- triebsleiter des LKW, ab 1940 Dr. Alfons Goop (geb. 1910). Altphilo- loge und Sekundarlehrer in Eschen. - Die durch die Zeitung «Der Umbruch» (1940-43) gekennzeichnete Phase der Volksdeutschen Bewegung setzte erst 1940 ein. 24
        

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