JOHANN CHRISTIAN KRAUSS VON BAMBERG ERICH SOMWEBER werde ihm einmal ewigen Dank dafür sagen. Zur besseren Unterstützung seines Gesuches wies er daraufhin, dass er für die «nötige Condition» einige heilige Messen habe lesen lassen und nach Errei- chen seines Zieles eine Wallfahrt versprochen habe. Krauss bat darum, man möge ihn probeweise oder wenigstens als Provisor anstellen. Für ein gutes Ge- lingen rief er die Hilfe Gottes, Maria und aller Heili- gen an. Er fragte beim Stadtrat an, ob er sich per- sönlich vorstellen solle und zu welcher Zeit es gün- stig wäre. Die Stadt möge sein 
Ansuchen geheim behandeln, damit er nicht zwischen zwei Stühlen sitzen müsse. Man möge ihn rechtzeitig verständi- gen, da er in Hohenems einen Kanzlisten als Ersatz stellen sollte. Alle Hoffnung aber erwarte er sich von einer Empfehlung des Grafen von Hohenems-Vaduz. Sein Gesuch unterfertigte Krauss mit den Worten: «dienstwillig Ergebnister Diener Johann Christianus Krauß Embßischer Canzlist». Mit Hilfe der Empfehlung des Grafen und der Amts- leute bekam Krauss 1671 die Stelle als deutscher Schulmeister 
in Feldkirch." Seine Bestallungsur- kunde ist nur als Abschrift aus dem Ratsprotokoll erhalten geblieben. Das Ratsprotokoll ist nicht mehr vorhanden. Die Bestallung zeigt im Wortlaut und in den einzelnen Bestimmungen eine grosse Ähnlich- keit mit der von Hohenems, mit Ausnahme des Dienstes als Kanzleischreiber. Die Schulordnung, die für die Bestallung massgebend war, ging verlo- ren. Der Hauptgrund für die Bewerbung um die Stelle in Feldkirch dürfte die bessere Bezahlung gewesen sein. Hier erhielt Krauss 60 Gulden jährlich, dazu das Schulgeld von Bürgerskindern und von fremden Kindern. Eine freie Wohnung mit einem Gärtlein beim Schultor (am Fusse der Schattenburg) machte ihn unabhängig von der «Officier Taffei» und der «Liegerstatt bei Hoff» in Hohenems. Zudem war er nicht mehr Kanzleischreiber. Als Schulmeister in Feldkirch musste er keine Steuern zahlen, keinen Wacht- und Kriegsdienst leisten und blieb frei von der Einquartierung mit Soldaten. Da die Ratsproto- kolle aus dieser Zeit fehlen, ist nicht bekannt, wie lange Krauss in Feldkirch geblieben ist. Um diese begehrte Stelle haben sich 1671 mehrere 
Schulmeister beworben. Im Stadtarchiv Feldkirch sind auch ihre Gesuche noch vorhanden. Man er- kennt daraus, was für Vorzüge und Empfehlungen die Mitbewerber hatten oder angaben.12 Hans 
Caspar Kathan schrieb, daß er zwölf Jahre lang an allerlei Orten, sowohl in als auch außer der Stadt, welsch und teutscher Nation «Schule gehalten und zeitweise 192 Kinder unterrichtet habe. Als Mitglied einer alteingesessenen Familie hoffe er be- sonders auf diese Stelle. Hans 
Caspar Zipper machte auch sein Heimatrecht in Feldkirch geltend und verwies zur Unterstützung seines Gesuches auf seine Vaterspflichten, da er für fünf Kinder sorgen müsse. Ein Empfehlungsschrei- ben der Stadt Bludenz, wo er Schulmeister war, sollte bei der Bewerbung helfen. Zudem bezeichnete er sich als guten Schreiber und erfahrenen Rechner. In 15 Dienstjahren habe er diese Fähigkeiten er- probt. Ulrich Tschann von Bludenz erwähnte in seinem Ansuchen die Verdienste seines Schwagers, des kai- serlichen Landrichters Dr. Georg Christian. Der Tiroler 
Christoph Weinber war sieben Jahre Lehrer und Stadtschreiber in Sigmaringen, der Hei- matstadt des hl. Fidelis, gewesen. Während dieser Zeit habe er die Jugend in Zucht und Ehrbarkeit 5) Skribent = Schreiber, vom latein. Wort scribere. 6) Bestallungs-Instruction für Johann Christian Krauss vom 21. No- vember 1669. Hohenemser-Archiv (HoA) VII/3/69/18, dzt. im Vorarl- berger Landesarchiv in Bregenz. Revers des J. Chr. Krauss vom 21. November 1669, HoAVII/3/69/18. 7) Ludwig Welti, Graf Kasparvon Hohenems 1573-1640, Innsbruck 1963, S. 417, 435,460. 8) Gesuch des Schulmeisters J. Chr. Krauss an den Stadtrat von Feldkirch vom 8. November 1670, StaFAkt 1237. 9) Empfehlungsschreiben der Vormundschaftsräte und Oberamtsleu- te von Hohenems-Vaduz, Vaduz am 20. November 1670, StaFAkt 1233. 10) Rekommendations-Schreiben des Grafen Carl Friedrich von Ho- henems-Vaduz vom 27. November 1670, StaFAkt 1238. 11) Abschrift eines Auszuges aus dem Ratsprotokoll der Stadt Feld- kirch, 1671, StaFAkt 1241. 12) Bewerbungsgesuche von 1670, StaF Akten 1232,1234,1235, 1236, 1240. 191
        

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