eher wollen die Liechtensteiner haben. Die Gefahr ist vor der Tür.» Schaedler blieb unnachgiebig: Erst Beseitigung der Unzufriedenheit, dann seine Erklärung, sonst «wer- den die Ereignisse den Weg gehen sowieso». Nun stellte Hoop Verhandlungen zur Befriedung der Par- teien in Aussicht. Schaedler anerbot sich, die Sit- zung zu verlassen, um einen einmütigen Beschluss zu ermöglichen. Nach bitterem Wortwechsel, bei dem das Ultimatum als «Verbrechen» taxiert wurde, verliess Schaedler die Sitzung. Die übrigen VU-Ab- geordneten folgten ihm nicht. Der Landtagspräsident brachte die Unabhängig- keitsfrage nicht zur Abstimmung. Man erwog, zum Fürsten zu fahren oder doch die Berner Reise zu verschieben. Gegen halb sechs Uhr fragte Regie- rungschef Hoop: «Nun, wie ist es unter uns, kann man sagen, dass wir einig sind über diese Frage?» Als Ergebnis vermerkte das Protokoll: «Alle Anwe- senden sind sich in dieser Frage der Selbständigkeit und Unabhängigkeit völlig einig».5" Dies wurde dann der Presse in der formal nicht unrichtigen Form mitgeteilt, dass der Landtag sich «einstimmig» für die Selbständigkeit und für Festhalten an den Staatsverträgen ausgesprochen habe.59 Am Abend noch legte der Oppositionsführer dem Regierungschef die Forderungen konkreter vor: «Sofortige Umgliederung der Regierung» durch Er- nennung eines Regierungschef-Stellvertreters und eines Regierungsrates auf Vorschlag der Union, Ein- führung des Proporzwahlrechts, «Amnestie für poli- tische Vergehen» und «Wiedergutmachung», «so- fortige Einstellung von Judeneinbürgerungen» und Überprüfung der alten, «Ausschaltung» des Einflus- ses der «jüdischen» Fürstin Elsa durch «Übernahme der Regierung durch den Thronfolger», dazu «Aus- Erstes Blatt des 32 Seiten umfassenden Protokolls der denkwürdigen nichtöf- fentlichen Landtagssitzung vom 15. März 1938. Trak- tandum 2 füllte den ganzen Tag aus. 
Weisung des Juden Isenberg» - dieser hatte sich gegen Verunglimpfungen in der Presse gewehrt - sowie «Zurückdrängung des Einflusses der antivöl- kischen Fanatiker».6" Es wird deutlich: War in der Landtagssitzung unter ultimativem Druck ein Parteienausgleich als ein Weg zur Lösung der Krise erst vage ins Auge gefasst worden, so konkretisierten Schaedlers Hauptforde- rungen die Bedingungen, wie sie sich dann in der Tat realisieren sollten.1'1 Protokoll über die es IS.MärB 1936 vormittags 9 Uhr stattgefunden« Konferenzsitzung des Landtages. ABsreaend alle Abgeordneten Reg.Vertreter Heg.Chef Dr.Hoop Sohrlf tftthewOas. ner Das Protokoll (.er letzten Öffentlichen Sitzung wird verle- aen und genehmigt. 1.Initiative Euphraeio KalBer. Her Landtag Ist nach gründlicher Prüfung des Initiativbegehrens der 
Meinung,dasB die Erteilung einer OantwirtsohaftskonzeBalon nioht eine Landtageangelefc-enhelt und eine eolohe der 
Legislative,s p sondern eine reine 
VertaltungBaache sei.Das Qeeuoha Bei,der Kon- 
    

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