NEUE MÜNZFUNDE VOM LUTZAGÜETLI HANSJÖRG BREM / BETTINA HEDINGER Die Neufunde Die im Katalog aufgelisteten 59 Münzen, alles Anto- niniane, decken die Zeit von Gallienus bis Diocletian und Maximian I. Herculeus ab. Die römischen Herr- scher der Jahre 260-296 sind dabei lückenlos be- legt - es fehlen aber Prägungen des gallischen Son- derreiches unter Postumus und seinen Nachfolgern. Ein deutlicher Schwerpunkt ist mit den 19 Münzen von Probus (276-282 n. Chr.) festzuhalten. Im übri- gen sind die Kaiser Gallienus (253-268 n. Chr.) und Aurelian (270-275 n. Chr.) mit je acht Antoninianen gut vertreten. Die älteste Münze stammt noch aus der Zeit der gemeinsamen Herrschaft des Gallienus mit Valerian (Nr. 1), während die jüngste Prägung (Nr. 55) erst um 290/291 n. Chr. geprägt worden sein dürfte. Auf Tabelle 1 sind alle bisher bekannten Fundmün- zen vom Lutzagüetli aufgeführt. Insgesamt handelt 5) Landeskarte des Fürstentums Liechtenstein 1:10 000, Blatt 1. Eschen (nachgeführt bis 1979), LK 232.380/758.420 -Landeskarte der Schweiz 1:25 000, Blatt 1115, Säntis. 6) Hildl937. 7) Hild 1937,91,93-94. 8) Hild 1937, 95. 9) Frommelt 1937. 73. 10) Für die allgemeine Situation des «Krüppel» bei Schaan vgl. Over- beck 1982,110-112; W. Drack u. Fi Fellmann. Die Römerin der Schweiz (1988) 500-501; für die Münzreihe: Overbeck 1973. 159-167. Die meisten «Höhensiedlungen» weisen Münzreihen des 4. Jhs. auf. 11) Overbeck 1982, 50-52. Overbeck 1973,19-22. Im Unterschied zum Lutzagüetli wurden hier zahlreiche Münzen des 4. Jhs. gefunden. Overbeck postuliert auch hier einen Unterbruch der Besiedlung im Jahr 288 n. Chr. (Overbeck 1982, 52). 12) Siegfried-Steinhauser-Primas 1986. Zur Kritik an Overbeck vgl. F. König. Bemerkungen zur kritischen Aufnahme der Fundmünzen des Kantons (iraubünden. Schweizerische Numismatische Rundschau 56,1977,122-170 und die Entgegnung von Overbeck 1982, 258-259. Overbeck äussert sich (Overbeck 1982. 197-207) ausführ- lich zu den Münzreihen und Siedlungen des 3. Jhs. Zu einer Korrektur an den von ihm vorgeschlagenen Datierungen im Falle der Schätze aus Isnv-Vemania vgl. (iarbsch-Kos 1988, 70. 13) Der Sesterz des Severus Alexander wurde 1977 am Westhang, ein Antoninian des Probus 1975 am Osthang des Lutzagüetli gefun- den, vgl. Schweizerische Münzblätter 27, 1977, 74. Die übrigen 16 Münzen sind unpublizierte. in der Landesverwaltung, Abteilung Archäologie abgegebene Lesefunde der Jahre 1972-1986 (freundli- che Mitteilung E. Pepic-Helferich). 
Tabelle 1: Übersicht der bisher bekannten Fund- münzen vom Lutzagüetli, Gemeinde Gamprin, FL. Prägeherr 1 2 3 4 Summe 1. Jh. n. Chr. Augustus 1. H. 1. Jh. n. Chr. 
1 1 
1 1 2. Jh. n. Chr. Hadrian 1 1 Antoninus Pius 1 1 2. H. 2. Jh. n. Chr. 1 
1 3. Jh. n. Chr. Sev. Alexander 1 
1 2 lulia Mamaea 
1 
1 Valerian 1 1 tidinenus ijj iüu 
i i 
1 1 2 Salonina 
1 1 Gallienus 260-268 
7 7 1 15 Salonina 
1 1 Claudius II. 3 
4 1 8 Divus Claudius II. 
1 1 Aurelian 8 
23 1 2 
34 Tacitus 
2 7 9 Florian 3 
3 Probus 19 
33 
2 7 
61 Aurelian/Probus 
1 1 2 Carus 
1 4 5 Carinus 2 2 
4 Numerian Caesar 
1 1 2 Numerian 1 1 Diocletian 5 6 
1 12 Maximian 1 3 
4 285-293 n. Chr. 
4 
4 260-296 n. Chr. 
4 6 10 4. Jh. n. Chr. Maximinus II. Constantin I. 
1 1 
1 1 Gesamtzahl 59 
104 9 
18 190 1 = Neufunde 1987. 2 = Overbeck 1973, 151-156 Nr. 71. 3 = Overbeck 1973, 156-157 Nr. 72. 4 = weitere Neufunde11. 173
        

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