DAS HAUS LIECHTENSTEIN IN DER DEUTSCHEN LITERATUR / GRAHAM MARTIN Fürst Philipp Josef 1762-1802 von Habsburg das Haus Liechtenstein durch den Charakter Heinrichs von Liechtenstein lobt (siehe Abschnitt «Das Geschlecht Liechtenstein»). Da Grill- parzer in seinem Stück die Verherrlichung des Hau- ses Liechtenstein etwas weiter treibt, als seine Quel- len es zulassen, ist es wahrscheinlich, dass er durch die militärischen Heldentaten des damaligen Chefs des Hauses, Fürst Johanns L, nebst denjenigen sei- ner Vettern Alois und Moritz, beeindruckt wurde. Die Belohnung des Dichters durch den Fürsten ent- spricht dem bekannten historischen Bewusstsein Johanns L, der die beiden alten Burgen Liechten- stein, in Niederösterreich und in der Steiermark, aufgekauft hatte, welche in die Zeit der Handlung des Grillparzer-Stücks zurückgehen.KS Grillparzer scheint die fürstliche Spende in seinen eigenen Schriften nicht verzeichnet zu haben, sie wurde aber von seinem Freund und Biographen Ludwig August Frankl vermerkt."'1 
Friedrich Noack zufolge war Fürst Philipp Josef, jüngerer Bruder der beiden Regierenden Fürsten Alois I. und Johann L, jener nicht näher genannte «Fürst Liechtenstein», der ein wichtiger Verbin- dungsmann Goethes in Rom war. Diese Behauptung wurde von den Bearbeitern vieler wichtigen Ausga- ben von Goethes Werken, wie der massgebenden Weimarer Ausgabe'"' sowie der Hamburger und der Gedenk-Ausgabe, akzeptiert und in die betreffenden Erläuterungen und Register aufgenommen. Fürst Philipp war zur Zeit von Goethes dortigem Aufenthalt wohl in Rom, und es ist sogar wahr- scheinlich, dass er mit bzw. bei seinem jüngeren Cousin Josef Wenzel Goethe traf. Erst kürzlich wur- de aber nachgewiesen, dass der von Goethe er- wähnte «Fürst» bzw. «Prinz Liechtenstein» eher Josef Wenzel als Philipp war. (Näheres siehe im folgenden unter «Fürst Josef Wenzel».) 82} Siehe Wilhelm, Kunst und Wissenschaft, S. 142 f. 83) Hanns Bohatta, Das Theaterwesen am Hofe des Fürsten von Liechtenstein, Jahrbuch der Gesellschaft für Wiener Theaterfor- schung 1950/51 (Wien 1952), S. 38-86 (hier S. 42 f.) Das Singspiel «Prometheus» wurde 1790 gedruckt und der Fürstin Karoline gewid- met. Vgl. auch Wilhelm, a.a.O.. S. 143. 84) Vgl. Bohatta. a.a.O., S. 45. Das Werklein weist einen Umfang von bloss 15 Seiten auf. 85) Falke, III. S. 285. 86) Wenn es mehr zeitgenössische Gedichte über ihn gegeben hätte, hätten sie höchstwahrscheinlich in die Jubiläumsbroschüre «Liech- tenstein in Liede» (siehe Anm. 2) Eingang gefunden. 87) Zedlitz musste unbedingt durch Hormayrs Beitrag über die Ge- schichte des Hauses Liechtenstein in einer früheren Ausgabe des «Taschenbuchs für die vaterländische Geschichte» zu diesem Thema angeregt worden sein (vgl. Anm. 25). da auch Hormayr Christoph «des jetzt regierenden Fürsten gefeyertes Vorbild» nennt (S. 58). 88) Vgl. Volker Press, Das Haus Liechtenstein in der europäischen Geschichte (siehe Anm. 1), S. 65. 89) Vgl. Anm. 11. 90) Vgl. Anm. 65; Goethes Werke, WA, I, 54 (Register), S. 570. 113
        

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